Vor einer Weile bin ich zufällig in einer Elterngruppe über das Angebot von Bewegte Mama alias Claudia Weisser gestoßen. Als ich festgestellt habe, sie ist auch Doula habe ich sie um einen Gastbeitrag gebeten. Spannend, denn ich weiß wenig darüber. Heute erzählt sie uns, was sie zu ihrem Traumberuf gebracht hat und was eine Doula für werdende Mütter tun kann.

In letzter Zeit hört und liest man immer wieder von uns Doulas, aber die wenigsten Wissen wirklich wozu man bei seiner Geburt eine dabei haben sollte!

„Schon mal gehört was eine Doula ist? “

Doula…back to the roots – besinnen wir uns wieder zurück!

„Doula, wozu brauch ich denn eine?“

Lasst mich kurz erklären, warum eine Doula dafür lebt für Frauen da zu sein, die sich gerade in einem der sensibelsten, aufregendsten und wahrscheinlich schönsten Lebensabschnitte ihres Lebens befinden. Wie sie versucht, durch die Förderung selbstbestimmter Geburten wieder mehr Frieden auf diese Welt zu bringen!

Was macht eine Doula?

Was macht eine Doula?

Das höchste Ziel einer Doula ist es, die Frau darin zu bestärken, wieder an ihre natürlichen Fähigkeiten zu vertrauen und daran zu glauben, dass ihr Körper und das Baby in ihrer Selbstbestimmung fähig dazu sind, auf natürliche Weise zu gebären. Denn wenn eine Frau von Anbeginn der Schwangerschaft vollkommen bei sich sein kann, selbstbestimmt gebären darf und während der Geburt die Möglichkeit bekommt gehört zu werden, geht sie so gestärkt aus dieser Erfahrung heraus, sodass sie sich dann dem neuen Lebensabschnitt selbstbewusster und gelassener widmen kann.

Der Friede auf Erden beginnt mit der Geburt

Viele Frauen haben sich, aufgrund festgefahrener Abläufe im Krankenhaus, daran gewöhnt die Verantwortung, was das Gebären angeht, abgeben zu müssen. Aufgrund von Personalmangel und diverser anderer Umstände, finden einige Geburten nicht mehr so selbstbestimmt statt, wie es sich Frauen und Hebammen wünschen würden. Man hat das Gefühl, dass die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung einfach beim Eingang des Krankenhauses abgegeben werden muss. Aus Angst etwas „falsch“ zu machen oder sich nicht so zu verhalten wie es „verlangt“ wird bzw. in den Spitalsablauf zu passen.

Selbstbewusstsein aufbauen

Wir Doulas sind dazu da, diese Selbstbestimmung zu unterstützen, zu fördern und in den Frauen das Selbstbewusstsein zu erwecken, das man braucht um ein Baby auf die Welt zu bringen. In dem wir mental für die Frau da sind, sie darin bekräftigen ihrem Körper und den natürlichen Vorgängen zu vertrauen, sich selbst wieder zu spüren und wahrzunehmen und sich außerdem nicht dafür zu schämen, was sie fühlt und spürt während sie das Wunder Geburt geschehen lässt. So fördern wir die Autonomie der Frau. Wissenschaftliche Studien haben außerdem ergeben, dass durch die Anwesenheit einer Doula medizinische Interventionen (Kaiserschnitt, Saugglocke usw.) um bis zu 30% geringer sind.

Begleitung bis n den Kreißsaal

Ebenso können Hebammen durch unsere Anwesenheit im Krankenhaus unterstützt werden, während die Hebamme zum Beispiel eine andere Frau betreut. Die Gebärende fühlt sich durch unsere Anwesenheit nicht alleine gelassen. Es ist sozusagen eine zusätzliche „gute Seele“ anwesend, wenn die Hebamme sich um diverse Abläufe im Krankenhaus kümmern muss. Doulas sind ausschließlich um die psychischen Belange der Schwangeren bemüht. Wir machen keinerlei medizinische Eingriffe, ersetzen also keinesfalls eine Hebamme. Es ist nicht das Ziel die Hebammen zu ersetzen! Im Gegenteil, es geht sogar darum die Schwangeren dazu zu ermutigen, in einem der intimsten Momente ihres Lebens, eine persönliche Hebamme (1:1 im Krankenhaus oder bei einer Hausgeburt) an ihrer Seite zu haben, welche sich voll und ganz mit der Frau versteht. Gemeinsam mit einer Doula soll sich eine perfekte Symbiose ergeben.

Eine Doula würde nie sagen es ist ihre „Aufgabe“ mit einer Schwangeren zu arbeiten. Für uns Doulas bedeutet diese „Zusammenarbeit“ eine Berufung bzw. gute Tat.

Doula bedeutet übersetzt die „Dienerin“. Sie ist in der Regel selbst Mutter und kümmert sich um diverse Belange der Schwangeren. Sie ist Freundin, „Mutter“, Weggefährtin, Informationsquelle, Betreuerin und Beschützerin der Frau/ Schwangeren/ Gebärenden/ Wöchnerin.

Doula: jemand, der dir zur Seite steht und dich versteht …

Sie steht ihr mit Rat und Tat zur Seite. Hört zu, wenn die Frau Ängste hat oder sich ausheulen möchte. Sie ist einfach da, ist die gute Seele im Raum, die mitfühlende, fürsorgliche und streichelnde Hand. Eine Doula im Kreißsaal bzw. während der Geburt bei sich zu haben bedeutet positive Energie, Aufmunterung, Ermutigung sowie eine Kraft spendende gute Seele im Raum zu haben. (Das gilt sowohl für die werdende Mutter als auch den werdenden Vater)

Jede Doula bringt ihre eigenen Fähigkeiten und Rituale in ihrer Arbeit ein. Deshalb ist es wichtig sich die Richtige bewusst auszusuchen. Es gibt in Österreich den Verein „DIA“. Dort steht beschrieben, was eine Doula macht, wie man eine findet und auch wie man eine werden kann!

Wenn man sich für eine Doula entschieden hat, wird erst einmal ein Erstgespräch vereinbart, um sich kennen zu lernen und herauszufinden ob man sich überhaupt riechen kann. Stimmt die Chemie, dann trifft man sich zumeist einige Male vor der Geburt, um einander zuzuhören, Tipps von Frau zu Frau bzw. Mutter zu Mutter zu geben, zu erzählen, sich besser kennen zu lernen und auszutauschen. Die Schwangere kann ihre Ängste und Wünsche aussprechen. Angefangen von diversen Ritualen vor während und nach der Geburt, sowie der Geburtsablauf selbst, werden besprochen.

… vor und während der Geburt und im Wochenbett

Während der Geburt unterstützt die Doula die Gebärende und auch dessen Partner. Sei es durch Zuspruch, gemeinsames Atmen, Tönen, Händchen halten oder einfach durch ihre Anwesenheit uvm. Sie kümmert sich um das Wohlbefinden der werdenden Eltern. Auch wenn es „nur“ darum geht dem Vater einen Kaffee zu holen oder ihm zu sagen wie er seine Frau unterstützen kann.

Auch im Wochenbett kann die Doula eine sehr große Hilfe sein. Sie kann für die Eltern kochen, aufräumen oder eine Stunde auf das Neugeborene achten, damit die Eltern sich schlafen legen können. Je nachdem was die Mutter oder die Eltern gerade brauchen.

Ich als Doula …

Ich habe schon immer das Gefühl gehabt, dass eine kleine Doula in mir steckt, seitdem ich denken kann faszinieren mich Schwangere und ziehen mich in ihren Bann. Das Verlangen mit Schwangeren zu arbeiten war immer da und deshalb habe ich als „Bewegte Mama“ einen Weg gefunden meiner Berufung nachzukommen! Von Schwangeren umgeben oder bei einer Geburt dabei sein zu dürfen erfühlt mich unglaublich in meinem Sein und deshalb bin ich unter anderem auch Doula geworden. Es ist einfach eine so unbeschreibliche Magie die herrscht während Mutter und Kind einen neuen Abschnitt in ihrem Leben beginnen und mir läuft jedes Mal ein wohliger Schauer über den Rücken, wenn ich das miterleben darf.

Hab ich euer Interesse geweckt eine von uns Doulas oder mich kennen zu lernen, dann meldet euch! Wir freuen uns darüber mehr über uns zu erzählen!

Über Claudia Weisser & Bewegte Mama

Bewegte Mama DoulaUrsprünglich ist Claudia diplomierte Krankenschwester. Nach der Geburt ihrer Kinder hat sie sich nach vielen Weiterbildungen ihren Traum erfüllt und Bewegte Mama gegründet. Sie begleitet Mütter nicht nur als Doula durch die Schwangerschaft und Geburt sondern betet als diplomierter Vital Schwangerschaftscoach viele Kurse rund um Schwangerschaft, Geburt und Bewegung vor und nach der Geburt an Positive Birth, Rückbildungsgymnastik, Nordic Walking, Schwangerschaftsgymnastik, …)

Fotocredits: Claudia Weisser/Bewegte Mama

Hat euch eine Doula durch Geburt und Schwangerschaft begleitet? Falls nicht, wäre das eine Option für euch?

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