After-Baby-Body. Ein Unwort. Ein ganz ein schiarches auf gut Wienerisch, weil es so viele negative Emotionen in Müttern weckt und trotzdem so leicht von der Zunge geht. Ich glaube, so viel anders sah ich nach Kind Nummer zwei gar nicht aus. Und nach dem dritten? Keine Ahnung, fragt mich in einem Jahr wieder…


Generell sind sich Mütter einig in Sachen Körpergefühl: die Unzufriedenheit ist groß. Zu viel Fettpolster hier, ein bisschen Orangenhaut da. Klar, man könnte immer schlanker, trainierter oder straffer sein. Könnte, muß man aber nicht.
Ganz pauschal gesagt ist unser generelles Problem – und Männer sind hier inkludiert- dass wir uns aufgrund einer eingebildeten oder tatsächlichen Abweichung von gesellschaftlich gemachten westlichen Körper- und Schönheitsidealen als unattraktiv ansehen. Das hat jetzt gar nichts oder wenig mit dem Thema Kinder kriegen zu tun sondern ist eine generelle Tatsache und betrifft einen sehr großen Anteil aller Männer und Frauen.

Unzufriedenheit … die Schönheits-Industrie reibt sich die Hände

After Baby BodySind wir mal drin in der Unzufriedenheits-Spirale, machen wir unser Selbstwertgefühl von der Verwirklichung dieses optischen Ideals abhängig. Das Schlimmste daran ist, dass uns das anfällig macht für viel weiteren Blödsinn, den die Menschheit für solche Probleme erfunden hat: Diäten, chirurgische Maßnahmen oder auch aggressive Kosmetika, die verunsicherten Frauen (und Männern!) versprechen, was sie meist niemals halten können.

Ganz ehrlich: Wie vielen von euch hat die neueste Straffungs- oder Anti-Falten Creme schon wirklich (also tatsächlich und nachweislich!) geholfen? Ein straffer Hollywood-Bauch fünf Tage nach der Geburt? Oder zwei Monate danach? Augenringe hat man im Wochenbett sowieso nicht, man kann ja Concealer sei Dank alles überschminken. Europäische noble Blässe, blonde Haare und passende Gesichtszüge bei Asiatinnen (übrigens durch Bleichmittel in der Gesichtspflege verstärkt!)? Wir Europäerinnen mögen es dafür lieber dunkelbraun, das sieht nach Urlaub aus.

Klar, man möchte immer lieber, was man nicht haben kann. Vor allem, wenn es die Medien s propagieren. Schlank soll das Bild auf jeden Fall sein, schlank und straff. Und wer dem nicht entspricht, der soll sich doch bitte sehr verstecken oder etwas dagegen tun. Denn wer will schon Speckröllchen an der frischen Luft sehen? #ironieoff Ihr müsst zugeben, tragbare Mode ab Größe 42 muß man noch mit der Lupe suchen

Wie ist das mit dem After-Baby-Body bei mir?

Tatsächlich ist es so: nicht mal mit 20 war mein Körper der eines Cover-Girls. Bestenfalls wäre ich Cover-Model vom Ulla Popken Katalog geworden. Ich hatte Größe 42 so lange ich mich erinnern kann, seit den Kindern trage ich 44. Mit 17 war ich zutiefst enttäuscht, dass ich nicht in die coolen Levis 501er Jeans gepasst habe, die gerade so IN waren. Leider, meine Oberschenkel waren zu dick, meine Taille aber schlank. Ich war damals sehr traurig, aber bald waren die 501er nicht mehr so modern und ich ‚Modeopfer‘ habe andere Jeans getragen. Der Nachgeschmack des „dicker sein als andere“ ist geblieben, obwohl ich es im nachhinein gesehen sicher nicht war. OK, IN ORDNUNG: als Teenager hat man solche Gedanken. Das macht die Pubertät mit dem Gehirn. Die und die Werbung, die Hochglanzmagazine und das soziale Umfeld.

Und jetzt? Ich finde meinen Körper fast noch besser als vor den Kindern. Ok, der Bauch ist nicht mehr so flach (daran sind nicht die Kinder schuld), die Oberschenkel noch ein wenig dicker und die Ober
arme …. reden wir nicht darüber. Aber das Gesamtpaket ist gut. Ich habe zwei Kinder geboren und das war für meinen Körper eine ordentliche Leistung. Es hat eine ganze Weile gedauert, sicher eineinhalb Jahre, bis ich wieder zufrieden war. In dieser Zeit habe ich weiter Schoki gegessen, Sport gemacht und meinem Körper vertraut, dass es wieder wird.

After Baby Body StadtmamaDen Körper lieben, die Mitte finden

In Wahrheit ist unser Körper ein Komplettpaket bestehend aus unserem Äußerem und der eigenen Einstellung dazu. Denn – davon gehe ich jetzt mal aus – jede Frau ist sexy. Sie muß es nur wissen auszuspielen. Der Psychologe Dr. Rolf Merkle hat dazu weise Worte geschrieben:

„Es muss sich nicht dein Spiegelbild ändern, sondern dein Blick in den Spiegel.“

Außerdem meine ich, wer seine Mitte gefunden hat – egal mit welchem Gewicht – und seinen Körper akzeptiert, wie er ist, der fühlt sich besser, gefällt sich, liebt sich selbst und übersieht gerne ein paar Fettpölsterchen, Falten oder Risse an der Haut, die von einer Schwangerschaft eben meist übrig bleiben.

10 Tipps für mehr Liebe zu eurem Körper

Ich bin zufrieden mit meinem Körper. Mehr, wenn ich Bewegung  mache, weniger, wenn mal eine Weile kaum Sport am Programm steht. Das hat aber zumeist definitiv nichts meinem Gewicht zu tun sondern mit der Menge an Bewegung, die ich absolviere. Der Zusammenhang zwischen Sport/Bewegung und Wohlbefinden ist also deutlich größer als der zwischen Gewicht und meinem Körpergefühl. Ich bin nicht immun gegen „wah – Fettpolster!“-Gedanken, sie kommen mir aber selten in den Sinn. Außerdem habe ich „Strategien“ entwickelt, damit umzugehen. Für euch habe ich meine zehn besten Tipps zusammengeschrieben, die mir sehr geholfen haben, mich erst gar nicht auf den Schlankheitswahn der Gesellschaft und der Medien einzulassen… (wirklich! Ich habe noch nie eine Diät gemacht.)

  1. Mein After-Baby-BodyMacht Bewegung! Bewegung macht glücklich. Findet EUREN Sport. Das ist manchmal nicht einfach, aber ich bin mir sicher, es gibt für jeden die richtige Sportart. Ihr produziert dabei Glückshormone ohne Ende, es zahlt sich definitiv aus. Und ihr bekommt eine kleine Auszeit von den Kindern als Zugabe.
  2. Steht zu eurem Bauch, euren Beinen, euren Oberarmen eurem Po! In einem Burlesque Workshop hat uns die Trainerin aufgefordert:“Sagt, was ihr schön an euch findet!“ Gar nicht leicht…
    Die Beine, die Haare, den Bauch. Stellt euch vor den Spiegel, sagt es euch! Wir vergessen gerne, dass wir nicht nur aus Problemzonen bestehen. Liegt unser Fokus bei der Betrachtung unseres Spiegelbildes aber auf den Dingen, die uns gefallen, ändert sich insgesamt auch unser Blick auf den Körper.

    Also, stellt dich vor den Spiegel und frag dich:“Was finde ich schön an mir!?“

  3. Vergleicht nicht, schaut nicht auf andere. Freundet euch lieber mit eurem vielleicht nicht perfekten Körper an! Denkt einfach nicht darüber nach, wenn die Mama am Badetuch nebenan sich mit ihrer für euch perfekten Bikinifigur niederlässt. Es wir immer Frauen geben, die schlanker oder trainierter sind als ihr. Ihr könnt nicht wissen, was dahinter steckt. Tägliches Training vielleicht oder auch genetisch bedingte Größe 36 (die ich niemals hatte, also kann ich sie mir schlecht antrainieren). Eventuell macht sie aber auch Dauerdiät. Was auch immer. Übrigens: auch diese Frauen finden einen Makel an sich. Schlank sein bedeutet nicht glücklich zu sein, das ist ein gut gepflegter Irrglaube.
  4. Kauft eure Hosen in einer passenden Größe! Es ist keine Schande auch nach der Geburt noch eine Weile in Umstandshosen oder Jogginghosen rumzulaufen. Es macht keinen Sinn sich in zu enge Klamotten zu quetschen. Der „Juchu, meine Hose passt wieder!“ Moment vergeht sowieso, sobald ihr euch hinsetzt und es an allen Ecke zwickt.
  5. Übrigens gibt es natürlich Vorurteile gegenüber großen Größen. Dies und das sollte man nicht tragen. Ich bin ein Fan vom „Kaschieren“. Und trotzdem solltet ihr nicht zu viel darauf geben, was man tragen oder kaschieren sollte. Jules hat das in ihrem Tipp zu Curvy Girl Styles im ADVIZE Guide schön beschrieben und stellt gleich auch ihre drei Lieblings-Styles vor, mit denen sie den Klischees widerspricht. Sie trägt übrigens auch gerne Bikinis, obwohl man das bei ihrer Konfektionsgröße allgemein nicht „für gut befindet“. SO WHAT?
  6. Auch oben braucht ihr jetzt eine Nummer größer? Dann kauft euch neue Shirts! Vielleicht steht euch jetzt ein ganz anderer Schnitt als vor den Kindern. Ein wenig weiter, wenn ihr mögt. Ich liebe weite Shirts, die vergeben so viel. Aber manchmal ist mir auch nach eng anliegend. Mein Stil hat sich fast völlig verändert, seit ich Mama bin.
  7. Kauft euch schöne Unterwäsche und fühlt euch sexy! Und zeigt sie am besten auch gleich eurem Liebsten … 😉
  8. Schön kann übrigens auch Shapewear sein. Wem das jetzt nichts sagt, der sollte es am besten hier nachlesen. Heute ist diese Art der Wäsche für drunter nämlich gar nicht mehr omahaft. Ich würde die Teile sicher nicht immer tragen, aber manchmal machen sie genau das bisschen aus, um mich sexy zu fühlen (In meinem Fall am Po und an den Oberschenkel). Meistens bei hübschen Cocktail- oder Abendkleidern… 😉
  9. Lasst euch Komplimente machen und nehmt sie auch an! Euer Partner ist sicher mehr als bereit dazu. Vielleicht macht er es auch schon, also lasst sie euch auf der Haut zergehen. Er meint es sicher ernst.

    Meistens liebt dich dein Partner genau so, wie du bist. Du mußt es nur annehmen!

  10. Wenn ihr der Typ Frau seid, den das fertig macht: Kauft euch keine Zeitschriften mehr, in denen nur supermagere Models abgelichtet sind. Ich muß selbst mit Größe 44 sowieso leider sagen, diese Sachen werden in meiner Kleidergröße sowieso nicht produziert, also warum soll ich sie mir ansehen und schmachten.

Habe ich es schon erwähnt? 😉 Schlank sein alleine macht nicht glücklich, das können euch X Supermodels sicher bestätigen. Seid humorvoll, charmant, freundlich und liebenswert und ihr bekommt viel mehr von eurer Umwelt zurück!

Auch einige andere Bloggerinnen haben sich schon mit dem Thema „Mama-Körper“ beschäftigt:

Birgit (Muttis Nähkästchen) über Mama-Bäuche. Einige Mamas haben dafür ihre Bäuche gezeigt.

Caroline (dawuschn) mit ihrem SMART Workingmum Workout für mehr Körpergefühl im Alltag. Und ja, es ist wirklich smart!

Julia (sinn-impuls) findet das Wort After-Baby-Body und die Bewertung nach Äußerlichkeiten genauso bedenklich wie ich.

Menerva (Hotel Mama) umarmt ihren Körper (äh – die sogenannte Wampe, die ja viele von uns haben) jetzt mal lieber und ist zufriedener mit ihrem Körper als früher.

Jeannine (Mini and Me) über ihre Suche nach einem neuen Körpergefühl.

Daniela (die kleine Botin) über ihr Mama-Bauchgefühl.

Bettie (das Frühe Vogerl) hat sogar zur Blogparade über den After-Baby Body aufgerufen.

Evelyn (Little Paper Plane) über ihren Körper und ihre Körperliebe nach der Schwangerschaft.

Christina (Ich mit Kind) über ihren After-After-Baby-Body.

Mami Rocks Co-Autorin Maia über Post Pregnancy Fitness.

Wie geht es euch mit eurem Mama-Körper? Hat er sich verändert? War das o.k. für euch? Fühlt ihr euch wohl? Und wenn nicht, was tut ihr dagegen (oder dafür, dass ihr euch wieder wohler fühlt)?

Beitrag im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit Zalando ADVIZE (Werbung)

After Baby Body, su kannst mich mal. Lieb haben. Oder so. Wir müssen mit unserem Körper nicht unzufrieden sein. Er hat Kidner geboren, getragen, gestillt. Unser Körper ist toll. 10 Tipps für ein besseres und schöneres Körpergefühl für Mamas.

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