Es ist sehr schwer, sich mit Kindern aufzuraffen, wieder (oder überhaupt) mit Sport zu beginnen. Aber: Gezieltes Training ist so wichtig! Gerade unter erhöhter Belastung braucht euer Körper es dringend. Und damit meine ich nicht, den Zwergen hinterherzulaufen, sie zu Tragen oder Spielzeug aufräumen. 😉

Durchschlafen? Fehlanzeige. Müde zu sein: an der Tagesordnung. Gefühlt hundert Mal am Tag das Baby Hochheben und Wippen: Yeah! Mit oder ohne Tragetuch, irgendwie geht es immer. Muss es. Wer das alles längerfristig übersteht, ohne am Ende vom Tag Rückenschmerzen zu haben, der zeige auf! Mir ist es genau so gegangen. Traurigerweise trotz Sport und gezieltem Training.

Kein Spaziergang …

Eine Schwangerschaft und eine Geburt sind eben kein Spaziergang für unseren Körper. So weit nichts Neues. Nicht umsonst ist bei  mir gleich am Tag nach der Geburt die Physiotherapeutin am Bett gestanden und hat mir sanfte Beckenboden-Aufbau-Übungen gezeigt. Wer schon vor und während der Schwangerschaft gezielt Sport gemacht hat, der kann sich ein wenig besser wappnen für die kommende Belastung. Vor Rückenschmerzen ist man aber leider trotzdem nicht sicher. Die sind nämlich hinterhältig und kommen, wenn man seinen Rücken am meisten bräuchte. Meist durch eine Überbelastung durch das häufige und oft falsche Tragen und Heben des Babys oder schlechter Haltung beim Stillen, wenn die entsprechenden Bereiche sowieso noch geschwächt sind.

Zumba Mama Sport mit Baby

Keine Zeit für Sport gibt’s nicht!

Nach meiner zweiten Schwangerschaft bin ich vielen Müttern begegnet, die die gleichen Probleme geplagt haben wie mich. Viele haben es abgetan mit „das ist halt so“, „ich habe keine Zeit, zum Arzt zu gehen“, „ich habe keine Zeit für Sport“ oder „wird schon wieder“. Bei den meisten sind die Schmerzen ohne Behandlung oder Sport aber geblieben. Lange. Länger, als sie gedacht hatten. Meine Freundin A. hatte letzlich einen Bandscheibenvorfall, eine andere Bekannte eine Fehlstellung durch zu lange falsche Ausgleichshaltung gegen die Schmerzen und  eine weitere Mama aus dem Kinderturnen „nur“ eine Überbelastung.

Warum ich das schreibe? Ich dachte anfangs wirklich, es geht nur mir so. Niemand hatte erwähnt, dass die Schmerzen am Rücken nach der Geburt wieder so schlimm ein könnten, dass ich mein Kind nicht Hochheben kann. Es kommt mir vor, als wären Rückenschmerzen wie Hämorriden. Fast jede Frau hat sie nach der Geburt, aber niemand spricht darüber. Übrigens kann man auch dagegen etwas tun, aber das ist ein anderes Kapitel.

Was tun?

Auch wenn ihr solche Probleme aus dem Leben vor den Kindern nicht kennt – nehmt Rückenschmerzen ernst! Geht zum Arzt. Macht Bewegung. Trainiert eure Muskulatur. Ja, das ist anstrengend. Ja, das kostet Zeit. Aber: ja, es hilft! Angebote gibt es viele, es ist sicher nicht schwer, das passende zu finden oder euch eventuell beraten lassen. Ihr solltet auf jeden Fall gerne hingehen und ein Ziel vor Augen haben (Motivation: keine Schmerzen mehr!), sonst rafft ihr euch nach dem zweiten Mal nicht mehr dazu auf! Rückbildungsgymnastik ist ein guter Anfang und bringt auch euren Beckenboden wieder in Form. Kein Spaß, das ist wirklich wichtig! Ihr wollt sicher nicht mit 50 drauf kommen, dass es besser gewesen wäre, ihr hättet ihn mit 30 nach der Geburt trainiert, oder? Später könnt ihr zum Beispiel auf Pilates umsteigen (praktisch für Mütter: sehr effizient in kurzer Zeit!). Yoga ist zusätzlich sehr entspannend und macht den Kopf frei – eigentlich sogar der perfekte Sport für Mütter.

Los geht’s …

Sucht euch ein passendes Angebot. Und dann fangt „einfach“ an. Das erste Mal ist am schwierigsten. Ihr müsst euren Schweinehund überwinden, denn die Anstrengung beim Sport ist eine andere Herausforderung als eure Kinder. Zusätzlich seid ihr vielleicht sowieso ein wenig müde. Aber ihr schafft das! Als ich nach den Kindern etwas übermüdet wieder meine ersten Zumba-Stunden gehalten habe, dachte ich „Puh, schaffst du das?“ Am nächsten Tag hatte ich einen dezenten Muskelkater, aber ich war stolz auf mich. Die Woche darauf war es leichter und die nächste Woche schon wieder selbstverständlich. Energie hatte ich nach den Stunden für zwei Mütter, hat sich also ausgezahlt.
Vergesst nicht Ihr müsst beim Sport definitiv keine Höchstleistungen erbringen, sondern nur etwas für euch tun! Das ist auch ein Grund, warum ich zum Beispiel lieber Sport alleine mache als gemeinsam mit den Kindern. Für mich ist das ME-TIME, in der ich den Kopf frei habe von allem anderen.

Sport mit Kind

Auch Mamas, die lieber mit ihren Babys gemeinsam Sport machen wollen, haben mittlerweile schon fast die Qual der Wahl. Um nur einige Angebote zu nennen: Kanga Training, Mütter-Baby-Yoga, MamaFit oder auch FitDankBaby.

Stay Tuned – bald gibt es noch mehr Infos!

Bis dahin interessiert mich: Macht ihr Sport? Wenn ja welchen und warum? Habt ihr noch Tipps, wo es Sportangebote für Mamas oder Mamas mit Kindern gibt?

9 Kommentare