Wie soll Waschen ohne Shampoo überhaupt funktionieren? Reinigt das denn? Und ist das nicht total grauslich? Begonnen hat meine Ohne-Shampoo (No Poo) Geschichte irgendwann im Herbst. Und zwar genau mit diesen Bedenken. Ich wurde eines Besseren belehrt.

Die Entscheidung es auszuprobieren fiel mir dann doch fast leicht. Der Herbst kam, die Heizung ging an, die Luft wurde drinnen allerorts zunehmend trockener und meine Kopfhaut begann wie jedes Jahr zu nerven. Schuppenalarm. Jucken. Nichts half. Kein simples Schuppenshampoo und auch nicht die harte Anti-Schuppen-Dröhnung aus der Apotheke. Eine Kokosölpackung verschaffte kurzfristig Linderung aber in Wirklichkeit rieselten die Schuppen ununterbrochen. Noch viel schlimmer: es juckte fies. Es war mir unangenehm und sah einfach ungepflegt aus.

No Poo

Lavaerde gegen Schuppen, Roggenmehl gegen fettes Haar

„Probier doch Lavaerde. Das hilft gegen Schuppen“, meinte meine weise Naturkosmetikfee Dani. Lavaerde? Echt? Einen Versuch war es wert, schlimmer konnte es eigentlich nicht werden. Ich recherchierte ein wenig und stellte fest, dass das ganze einen Namen hat: No Poo. Waschen ohne Shampoo. No Poo liegt offenbar seit langem im Trend, ich hatte es bloß nicht mitbekommen.

Meine Recherchen ergaben, dass es bei der Umstellung von Shampoo (auch wenn es Naturkosmeti-Shampoo war) auf Lavaerde oder alternativ Roggenmehl zu kleineren „Rückschlägen“ kommen kann. Haare und Kopfhaut brauchen eine Weile, um sich an die neue Pflege zu gewöhnen. Sie fetten schneller nach, weil die Kopfhaut viel zu viel Talg – welches zuvor ja laufend mit Shampoo herausgewaschen wurde – produzieren, riechen seltsam und sehen ungepflegt aus. Trotzdem hat es auch etwas Positives: beginnt man mit No Poo, wäscht man erstmal alles, was nicht in die Haare gehört, dort aber durch Shampoos abgelagert ist (z.B. Silikone), endlich aus. Nach einer Weile normalisiert sich die Talgproduktion wieder und passt sich an die neuen Bedürfnisse an.

Diese „grausliche“ Phase kam bei mir nach ca. drei oder vier Wochen und ging Gott sei Dank schneller wieder vorbei als sie mich wirklich nerven konnte. Für besseren Duft sorgte in der Zwischenzeit Haaröl und gegen fettige Strähnen eine zusätzliche Haarwäsche mit Roggenmehl pro Woche. Momentan wasche ich übrigens gar nicht mit Roggenmehl, sondern mir Lavaerde, um den Schuppen vorzubeugen.

No Poo: perfekt für Mamas

Neben der natürlichen Pflege sprechen noch viele andere Gründe für No Poo! Wisst ihr, wie oft ich mir derzeit die Haare wasche? Ein mal pro Woche! Manchmal alle zehn Tage, vermutlich würde alle 14 Tage auch reichen. Und ich liebe es, denn bei meiner Haarlänge und –menge ist eine Haarwäsche ein ziemlicher Aufwand. Im Winter ist noch dazu Föhnen angesagt. Perfekt, denn in der Hinsicht bin ich ein praktischer Mensch und versuche immer, meine Pflege auf minimalem Aufwand bei maximalen Effekt zu optimieren.

Ja, das Waschen ohne Shampoo ist prinzipiell ein wenig aufwändiger als mit, weil das Produkt noch nicht fertig vorhanden ist. Man muss die Lavaerde in eine Schüssel löffeln, verrühren und dann erst auftragen. Außerdem verwende ich statt eines Balsams eine Apfelessig-Spülung, welche auch vorab zusammengewischt werden muß. Eigentlich ist das letztlich gar nicht so nicht so viel Aufwand, aber doch mehr als eine Shampooflasche zu nehmen und das fertige Produkt rauszudrücken.

No Poo „Schnellanleitung“

Vorbereitung Lavaerde

Je nach Haarlänge zwei bis vier Esslöffel (ich nehme drei EL) Lavaerde in eine Schüssel geben und mit Wasser zu einer cremigen Masse verrühren. Ich nehme die Lavaerde von Logona*, die gibt es normalerweise im gut sortierten Reformhaus, oder diese hier*. Mit Sprudler (Schneebesen) geht das Verrühren besser und die Masse wird cremiger. Ich bin aber meist zu faul und nehme einfach eine Gabel, weil mit kleinere Klumpen egal sind.

Wer alternativ Roggenmehl verwenden möchte – das funktioniert exakt genau so! Nehmt sehr fein gemahlenes Roggenmehl, alternativ könnt ihr es vor der Anwendung noch Sieben, damit es nicht klumpt (mache ich nicht).

No Poo

Vorbereitung Pflegespülung

Für die Pflegespülung nehme ich ca einen Schluck Apfelessig und fülle ihn in einer Kanne mit kaltem Wasser auf ca ein bis eineinhalb Liter auf (geschätztes Verhältnis 1:10 bis 1:15). Ich nehme Pelzmann naturtrüb Apfelessig, da ich das auch gleich in der Küche verwenden kann und eben zu Hause habe. Die Marke ist prinzipiell egal, sofern ihr mit dem Geruch klar kommt 😉

 

Alternative: Saft einer Zitrone in der gleichen Menge Wasser verdünnen und als kalte Spülung verwenden. Ich bin aber für meine Haare eher mit der Essigspülung zufrieden.

Waschen

Haare gut befeuchten und dann die Lavaerde-Masse auftragen. Ich massiere sie auch noch gut ein und lasse sie ein wenig einwirken, während ich Dusche. Danach gut ausspülen – länger und gründlicher, als ihr es mit Shampoo machen würdet, sonst bleiben Brösel im Haar. Bei langen Haaren dauert das – wie bei mir – etwas länger.

Danach die Haare mit der kalten Apfelessig-Lösung nachspülen. Der Apfelessig-Geruch vergeht recht schnell wieder, keine Sorge.

Pflege

Ich verwende eigentlich kaum Pflege. Wenn ich  merke, dass die Haare etwas brauchen, nehme ich in der Früh Haaröl für die Spitzen (z.B. das von NeoBio), aber auch Kokosöl ist fein. Es gibt aber eine eine breite Palette an natürlichen Haarpflegeprodukten im Handel. Schaut euch einfach um, was zu euch passt.

No Poo Fazit

No Poo eignet sich generell für alle Haartypen und -längen. Bei mir hat es als erste und einzige Pflege tatsächlich und langanhaltend gegen Schuppen geholfen. Als angenehmer Nebeneffekt fetten meine Haare deutlich weniger nach als früher obwohl ich sie seltener wasche. Die positiven Aspekte überwiegen nach einigen Monaten Testlauf für mich eindeutig. Wer sich für Roggenmehl entscheidet wird außerdem gegenüber Shampoo viel Geld sparen und generell geht natürlich weniger Verpackungsmaterial (also Plastik) drauf.

Ich kann euch empfehlen: probiert es einfach aus und habt ein wenig Geduld! No Poo ist sicher nicht für jeden geeignet (allerdings nicht aufgrund des Haartyps!). Auf frisch nach Shampoo dürfendes Haar werdet ihr zum Beispiel verzichten müssen, da natürlich keine zusätzlichen Dorfstoffe zum Einsatz kommen. Eure Haare werden einfach nach Haaren riechen. Hier verwende ich wiederum Haaröl als Alternative, wenn ich es ein wenig duftiger mag. Lasst euch von der Umstellungsphase nicht abschrecken und probiert aus, was für eure Haare am besten ist. Für mich ist es einfach die perfekte Lösung.

Weiterlesen

Wirklich ALLES zu No Poo, Tipps & Tricks und warum sie wirkt findet ihr HIER (Achtung, Englisch!)

Bei No Poo – Only Water erfahrt ihr alles über No Poo und auch über das Waschen der Haare ausschließlich mit Wasser. Ich schwöre übrigens auch auf die dort erwähnte Wildschweinborstenbürste.

Wie klappt das bei euch mit der Haarpflege? Wie häufig wascht ihr eure Haare und würdet ihr euch wünschen, es wäre seltener? Könnt ihr euch vorstellen, auf Shampoo zu verzichten?

Deshalb solltet ihr Haare Waschen ohne Shampoo empfehlen. + Anleitung und EInführung: Wie funktioniert No Pooh

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