Silvesterparty? Wie war das mit 20? Erinnert ihr euch noch? Wenn ich zurück denke gibt es verschiedene Versionen, wie ich Silvester vor den Kindern gefeiert habe. Mit und ohne Sekt, Bier oder Wein, Donauwalzer und Co. Ganz oft recht angeheitert und meist Tanzend. Und jetzt? Alles ist anders. Trotzdem stehen die Silvesternächte mit Kindern den Jahren davor um nichts nach.

Silvester war bei mir niemals Silvester. Jeder Jahreswechsel war anders. Ich kenne keine Traditionen, nicht einmal Bleigießen habe ich konstant jedes Jahr gemacht. Bestenfalls (Donau) Walzer Tanzen und danach noch eine ordentliche Polka. Aber das kann ich zu jeder Jahreszeit. Da muß es nicht der 31. Dezember sein…

Früher mal …

Mit 20 habe ich die Silvesternacht bei meinem damaligen Freund im Krankenhaus verbracht. Er war damals Rettungssanitäter und absurderweise hatte sein Wagen am Nachmittag einen Gott sei Dank recht harmlosen Unfall, der ihn aber trotzdem ins Krankenhaus gebracht hat. Hatten wir uns beide anders vorgestellt. Silvester in Madrid habe ich zwölf Weintrauben zu zwölf Glockenschlägen gegessen und Sekt aus Pappbechern getrunken, danach in Kitzbühel in Schischuhen Walzer getanzt und in Wien das tragbare Radio in der Stadt so laut wie möglich gedreht um den Donauwalzer zu hören. Einmal haben wir Karten gespielt, bis das Feuerwerk über den Dächern zu sehen war oder ein Jahr später auf einer ein mal zwei Meter breiten Terrasse am Gürtel im dritten Stock den Kopf verdreht um betrunken noch irgendwo zwischen den Häuserschluchten ein Feuerwerk zu erspähen. In Wahrheit hatte ich nie besondere Ansprüche an Silvester, aber 2007/2008 habe ich zu Silvester in Stuttgart mitten im Feuerwerk einen Heiratsantrag bekommen und war erstmal sprachlos.

Silvester mit Kindern

Und dann kamen die Kinder…

Das war seltsam. Es hat unsere Auswahl eingeschränkt und trotzdem war es nicht schwer zu entscheiden, was wir zu Silvester mit Kind machen. Wir haben im ersten Jahr unsere Freunde zu uns eingeladen und bis Mitternacht gespielt. Übrigens hat unsere kleine Nachteule ihr erstes Silvester wach miterlebt. Schön war es und im Jahr darauf trotzdem wieder ganz anders. Da bin ich nämlich mit dem kleinen Fräulein noch vor Mitternacht eingeschlafen. In einem Hotel im Burgenland. Ich schwanger, sie völlig fertig von der Therme.

Auch andere gehen die Silvesternacht ruhig an. Nadine zum Beispiel, die Silvester mit den Kindern überhaupt am Land statt in der Stadt feiert, weil es dort einfach ruhiger ist: „Wir feiern wieder auf dem Land bei den Schwiegereltern im Nirgendwo. Da muss man aufpassen, dass man Mitternacht nicht verpasst. Das ist gut, denn hier in Wien ist es wahnsinnig laut, wir könnten die Wohnung nicht verlassen und mit Nachbar*innen feiern, weil das Babyfon ständig anschlägt. Der Große feiert schon mit uns, das ist für ihn ganz aufregend und besonders. Wir spielen dann irgendwelche Spiele gemeinsam. Die beiden Kleinen schaffen das noch nicht und gehen einfach etwas später als sonst aber weit vor Mitternacht schlafen. Ich finde das sehr gemütlich so, da ich Silvesterparties schon immer eher etwas gestellt und anstrengend fand.

Die perfekte Silvesternacht mit Kindern?

Ja, die gibt es. Wer eine schöne Silvesternacht mit Kindern verbringen möchte, der sollte einfach keine Erwartungen haben. Und keinen exakten Plan. Ein wenig Planen ist ok, so weit reicht es dann aber auch schon. Kinder sind unberechenbar und vielleicht schlafen sie auch schon vor Mitternacht, wenn sie müde sind. Keine Erwartungen, ich glaube, das ist das beste Geheimrezept für so viele Sachen. Mehr braucht es nicht.

Dass viele verschiedene Versionen von Silvester glücklich machen können, erzählt auch Catrin. Die wichtigste Entscheidung bei der Planung ist dann nur noch die „mit oder ohne Kind“. Beides ist für mich legitim und beides fair, wenn die Kinder gut untergebracht sind. Wir nehmen uns selbst so selten Zeit für gemeinsame Zeit, dass das gemeinsame Ausgehen an diesem Abend eigentlich eine gute Möglichkeit wäre…

Silvester mit, oder besser gesagt seit Kind natürlich anders … Wir haben die letzten 4 Silvester mal so und so verbracht … das erste Jahr natürlich zu Hause, zu Dritt. Da war Lucian ja noch ein richtiges Baby … das Jahr darauf auch zu Hause, ganz gemütlich aber schon ein bisschen „more fancy“ – wir haben Mini Burger gemacht und uns „hübsch“ angezogen und so zu Dritt ein bisschen gefeiert. Das 3. Jahr gingen wir richtig geil aus. Abendessen und dann in eine Bar mit vielen, vielen Freunden und haben bis in die Morgenstunden getanzt & gefeiert. (Lucian blieb bei seinen Tanten) – Das Jahr darauf wieder gemütlich zu Hause … von unserem Bett aus kann man so herrlich & wunderschön das Feuerwerk der Nachbarn beobachten,… und letztes Jahr dann auch wieder gemütlich zu Hause … Dinner for One ist ein Must! und Georg und ich habe dann das Feuerwerk vom Küchen/Esszimmer Fenster aus betrachtet … dieses Jahr wollten wir usprünglich ganz stark ausgehen… aber wir haben uns dann doch für ganz gemütlich entschieden.

Ist Silvester dann noch etwas Besonderes?

Ja, ich finde schon. Immerhin ist es der Wechsel ins neue Jahr. Auch, wenn dieser Tag oder eigentlich die Nacht viel weniger mystische und ältere Bedeutung hat als zum Beispiel die Wintersonnwende. Und auch, wenn das Datum von Silvester in der Geschichte schon  einmal verschoben und an die „Bedürfnisse“ der Katholischen Kirche angepasst  – wegen des Todestages von Papst Silvester von 24. auf 31. Dezember verschoben – wurde. Ich bin nicht sehr gläubig, aber das Ende eines alten Jahres und der Beginn eines neuen hat doch etwas Befreiendes. Ein Neuanfang für so vieles. Neue Projekte, hoffentlich neue Energien und neue Dinge zu entdecken. Gegen Jahresende geht mir immer ein wenig die Luft aus und ich versuche mich über den Jahreswechsel wieder zu sammeln.

Deshalb gebe ich Stephanie nicht unbedingt recht, wenn sie meint, sie feiert Silvester nicht besonders. Besonders ist es immer irgendwie. Besonders ist letztlich, was man besonders macht.

Wir werden wie immer zuhause feiern. Irgendwie ist Silvester nichts besonderes mehr seitdem wir Kinder haben. Wir essen gemeinsam mit den Kindern Raclette, Spielen ein paar Brettspiele und zünden ein kleines Feuerwerk (meist aber schon gegen 8). Bisher haben die Kinder nämlich immer alles verschlafen. Danach machen mein Mann und ich uns einfach einen gemütlichen Abend.“

Sehr witzig finde ich, was Steffi schreibt. Denn seien wir mal ehrlich: wem von uns ist es noch nicht so gegangen nach einem Tag Kinder-Entertainment? …

Wir feiern zu Hause. Naja. Wir sind zuhause. Die letzten vier Jahre mit Kindern habe ich immer nur gehofft das sie nicht aufwachen. Und habe mich um Mitternacht meistens zu ihnen gelegt. Als ich mit Luis schwanger war. Waren wir eingeladen. Nicht noch mal. Silvester ist ein normaler Tag. Ich muss gestehen ich bin um 22 Uhr schon bereit zum schlafen – auch an Silvester. Ich denke wenn sie etwas größer sind wird er kommen. Ein Silvesterabend mit leckerem Essen, Dinner for One, aufgeregten Kindern und einem Feuerwerk.

Michaela sieht das übrigens auch so … „same procedure as every year; der Mann arbeitet, ich bin mit den Jungs alleine, wir schauen Filme und spielen, essen Pizza und natürlich Dinner for One, um Mitternacht sitzen wir dick eingepackt auf der Dachterrasse und schauen Feuerwerk; ich bin eigentlich schon um 22 Uhr bettreif

Sehr witzig finde ich auch Karins Geschichte. Nicht sie verschläft Silvester, sondern …

Seit wir Kinder haben (also seit 7,5 Jahren) feiern wir Silvester zu Hause. Wir machen eine kleine „Party“ d.h. es gibt „außergewöhnliche“ Sachen die es sonst nicht zu Essen gibt wie Chips oder Schokofondue – dann wird die Musik laut aufgedreht und wir tanzen alle gemeinsam durch die Wohnung. Zwischen 20.00 + 21.30 Uhr gehen die Kids dann schlafen mit dem Versprechen, dass wir sie zum Silvester-Feuerwerk aufwecken. Das mache ich auch jedes Jahr (wirklich, kein Scherz), es wollte nur noch nie eine meiner Mädels wirklich aufstehen und das Feuerwerk gucken, die schlafen lieber weiter + mein Mann in 99% der Fälle auch :)). D.h. ich stehe um Mitternacht alleine vor dem Fenster, sehe hinaus in die Nacht, beobachte das Feuerwerk und überleg mir wofür ich dankbar bin. Klingt „pathetisch“, war aber in den letzten Jahren immer so.“

Wir feiern dieses Jahr …

Dieses Jahr sind wir zu Silvester am Wolfgangsee. Mitten im nirgendwo zwischen Bergen und Bäumen gleich am See. Das haben wir noch nie gemacht und ist auch für uns etwas Neues. Freunde sind hier, wir kochen gemeinsam und haben keinen genauen Plan. Die Kinder dürfen gemeinsam Film schauen und wir machen … was auch immer. Um Mitternacht schauen wir, ob wir vom Steg oder der Terasse aus das Feuerwerk sehen und dann fallen wir hoffentlich alle ins Bett und schlafen möglichst lange. Klingt langweilig im Gegensatz zu Silvesterpartys in chicen Loft-Wohnungen mit Dachterasse oder Apre Ski Silvester Partys in Kitzbühel? Finde ich nicht. Nicht mehr.

Daniela feiert in etwas so wie wir. Seien wir mal ehrlich, Kindern geht es wie uns Erwachsenen. Sind sie gut unterhalten, merken sie gar nicht, dass sie müde sind. Muß man mal auch sagen. Gönnen wir ihnen doch ihre Party. Sie werden es am nächsten Tag wenigstens (noch) nicht bereuen …

Wir haben den letzten Jahreswechsel erstmalig mit Kindern auswärts bei Freunden verbracht! Es war super, wir machen es heuer wieder. Die Mädchen haben es genossen, waren beide bis Mitternacht wach und haben erstmals im Leben einen ganzen Film (Eiskönigin) angeschaut. Darüber sprechen wir immer noch, es hat ihnen super gefallen. Vor den Kindern waren wir ein paar Mal auf großen Silvester-Partys, aber abgehen tut mir das nicht wirklich. Raketen finde ich persönlich nicht so super, kaufe selber auch keine. Da wir aber nicht in Wien (oder einer anderen Stadt) wohnen, ist der Lärm kein Problem. Wir freuen uns auf einen Abend mit Freunden, gutem Essen, Frizzante und viel Spaß!

Tanja macht es umgekehrt. Sie lädt – wie wir im ersten Jahr mit Kind – ihre Freunde einfach zu sich ein …

Wir haben eine befreundete Familie zu uns eingeladen-hier wuseln also drei Jungs zwischen 3 und 7 rum, eine Babyprinzessin mit 4 Wochen und vier Erwachsene. Wir machen es uns gemütlich mit Feuerschale im Garten, Punsch, Kinderfeuerwerk (so gegen 21 Uhr), Bleigießen und Brettspielen. Mal schauen, wieviel die zwei Kleineren mitbekommen. Die beiden Schulkinder haben im letzten Jahr das große Mitternachtsfeuerwerk über den Dächern des Dorfes mit“erlebt“.

Auch Eva feiert mit ihren Lieben recht unspektakulär. Meint sie wenigstens. Vielleicht ist das alles ja auch recht unspektakulär im Verhältnis zu dem, was wir mit 20 so alles gemacht haben zum Jahreswechsel. Schön ist, dass auch die Bedürfnisse ändern und damit auch, was einem selbst Freude macht …

Also wir feiern eigentlich nicht besonders groß, Haylie bekommt es ja wegen ihrer Krankheit nicht so mit und Helena ist mit ihren 4 Monaten eh noch zu klein. Wir werden gemütlich mit Freunden Raclette essen und ein Lagerfeuer draußen machen, und uns dann das Feuerwerk anschaun. Die Mädels werden wir in den Schlitten setzen, vielleicht haben wir ja Glück mit dem Schnee dann wäre eine kleine Silvester Schlittenfahrt auch noch ein nettes Highlight. Letztes Jahr durfte Haylie auch noch Blei gießen, das werden wir auch heuer machen Wenn Helena größer ist werden wir vielleicht mal mehr machen, aber solange sie noch so klein ist und um es auch mit Haylie gemütlich zu haben, bleibt Silvester erstmal unspektakulär

Silvestermuffel? Aus Gründen.

Puh, ja eigentlich ist es wahr. Silvester ist laut. Man will ja auch die bösen Geister vertreiben, bevor das neue Jahr beginnt. Wobei ich nicht glaube, dass das die Intention all jener ist, die schon am 26. Dezember mit der Böllerei beginnen. Vor allem in der Stadt ist das ein ziemliches Übel. Wer wirklich direkt in der Stadt wohl, für den hallt die Kracherei noch einmal extra laut zwischen den Wohnbauten. Ein Qual für Mensch und Tier. Auch viele Kinder sind nicht „schußfest“. Ich verstehe Birgits Gründe für die Landflucht recht gut und sehe in der zumeist eher sinnlosen und ganz oft sogar gefährlichen (weil unerfahren und ohne Anleitung durchgeführten) Kracherei eher wenige Pros und ganz viele Contras.

„Mutti outet sich hiermit als Silvester-Muffel. Muss es denn wirklich sein, dass zu Silvester bereits ab 12:00 Uhr mittags die Böller krachen, dass die Fenster wackeln? Ich habe in meinem Leben noch keinen einzigen Groschen oder Cent für Silvesterraketen ausgegeben. Wir feiern entweder bei den Großeltern oder daheim, um den völlig verängstigten Katzen beizustehen. Nur das Dinner for One find ich gut!

2017 kann kommen!

Weil ein neues Jahr immer auch ein Neuanfang ist, geht es spannend weiter. Einen Rückblick gibt es übrigens von mir diesmal nicht, dazu freue ich mich einfach zu sehr auf das, was 2017 kommt. Ich freue mich und wünsche euch den allerbesten Rutsch eures Lebens! Feiert schön – egal wie und vor allem so, wie es euch glücklich macht!

IHR ROCKT 2017!

Bussis, Umarmungen und so viel gutes Karma, wie ihr vertragen könnt!

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