Valentinstag. Es ist sechs Uhr vierzig. Ich sitze im Zug nach Salzburg. Um zehn habe ich dort einen Termin. Mir ist nicht nach Valentinstag, ich bin noch viel zu müde. Immerhin ist Dienstag. Früher, als der Valentinstag bei uns noch nicht so abgefeiert wurde, da dachte ich immer, es hieße Vasendienstag. So wie Muttertag immer der erste Sonntag im Mai ist.

Ich fand den Valentinstag als Teenager nie besonders bemerkenswert. Erstens erfreute er sich in den 90ern, also während meiner Teenagerzeit, bei uns nur sehr geringer Bekanntheit und zweitens hatte ich erst gegen Ende der 90er meinen ersten Freund. Dem war der Valentinstag aber ungefähr so egal wie mir, uns stand der Kopf eher nach Musik und Film und verliebt waren wie sowieso permanent. Wie das eben so ist bei der ersten großen Liebe.

Valentinstag

Zugegeben, wenn ich sehe, dass andere Frauen am Valentinstag Blumen bekommen (ok, ich stehe nicht mal so sehr auf Schnittblumen, aber Topfpflanzen finde ich schön) oder andere Geschenke (na ja, wer wird nicht gerne beschenkt), dann denke ich mir, es wäre schön, wenn der beste Mann auch mal an den Valentinstag denken würde. Daran denken ist gut, denn in Wahrheit findet er ihn – so glaube ich – unnötig und blöd oder zumindest einfach nur amerikanisch und deshalb hierzulande nicht feierwürdig. Also ignoriert er ihn vermutlich eher. Andererseits hat er recht: er braucht nicht den Valentinstag, um mich zu lieben (und umgekehrt. Gott sei Dank).

Valentinstag also

Ich werde heute Abend, wenn ich zu Hause aus dem Zug steige, vermutlich wieder den Kopf schütteln, über die ewig lange Schlange von Männern am Blumengeschäft. Alle wollen sie genau heute Blumen kaufen. Rosen in rot natürlich – die stehen für Liebe. Und sind am Abend vermutlich sowieso schon ausverkauft. Kaufen eigentlich auch Frauen um Valentinstag Blumen für ihre Männer? Und warum sind Blumen eigentlich ein so perfektes Geschenk. Sind sie das wirklich? Aktuell wäre ich eher für ein feines Basilikum-Stöckchen zu haben, das fehlt mir mehr als Blumen. Oder ein Pflänzchen Wintersalat, Kresse fürs Fensterbrett oder ein Kaktus, der ist pflegeleicht und blüht hoffentlich auch schön.

Apropos Blumen

Draußen zwitschern die Vögel – das finde ich schöner als jeden Blumenstrauß. Ich habe natürlich „geschummelt“ und diesen Text am Montag vorgeschrieben. Momentan scheint die Sonne (ist das schon die Frühlingssonne?) durch unsere hohe Fensterfront und es spürt sich an wie Frühling. Im Zug sitze ich dienstags um sechs Uhr vierzig sicher gerade trotzdem. Ich wünsche euch einen schönen Valentinstag. Egal, was ihr davon haltet. Jemanden zu sagen, dass ihr ihn liebt, ist immer eine gute Idee … <3

Valentinstag

PS: Falls ihr doch Blumen schenken wollt, bedenkt beim Einkauf:

Rote Rosen symbolisieren Liebe, aber ebenso rote Tulpen, Efeu, Orchideen oder die Lotusblume. Wer auf Leidenschaft hinweisen möchte, liegt ebenfalls mit rosten Rosen richtig, kann aber ebenso auf Orchideen und Tulpen zurückgreifen.

Der Bambus steht für Beständigkeit (kann wichtig sein!), Nelken sind bei verheirateten Paaren erlaubt (wenn auch ein wenig unromantisch), denn sie symbolisieren den Ehebund. Auch rosa Rosen lassen sich gut kombinieren, sie bedeuten Schönheit.

Von gelben Rosen solltet ihr absehen, sie stehen für Beziehungsprobleme, Untreue und platonische Liebe, weiße Rosen bedeuten Entsagung (huch, wer ist gestorben oder will jemand mit euch Schluß machen?).

Mehr zum Thema Sprache der Blumen inklusive Fotos habe ich übrigens HIER gefunden.

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