Zähne putzen ist wichtig, keine Frage. Zähne Putzen zählt nur leider nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen vieler Kinder. Das Verweigern des täglichen Zähnchen-Polierens lässt Eltern oft in kalten Schweiß ausbrechen, denn die Angst um die Zahngesundheit der Kinder sitzt tief. Hier gibt es heute  12 kreative Tipps, wie der Zähneputz-Konflikt überhaupt vermieden werden kann.

Zähne PutzenAber was macht man nun, wenn die Kinder so gar nicht wollen? Bei vielen Eltern ist die Angst vor schlechten Zähnen größer als die Bedenken, gewaltsames Putzen könnte Schaden verursachen. Ich befürworte letzteres übrigens nicht und habe meinen Kindern noch nie gewaltsam die Zähne geputzt. Gewalt anzuwenden bedeutet immer, eine persönliche Grenze zu überschreiten. Abgesehen davon halte ich es auch tatsächlich für körperlich gefährlich. Unkontrolliertes Putzen (denn das Kind wehrt sich ja meist) führt in meinen Augen dazu, dass man potentiell ebenso unkontrolliert im Mund des Kindes herumstochert und alles trifft, nicht nur die Stellen, die man reinigen möchte. Es ist also aus zweierlei Hinsicht sinnlos: Der Putzeffekt ist nahe Null und Zähne Putzen kann (muß natürlich nicht) für das Kind zum gefürchteten „Übergriff“ und zur Angstsituation werden.

Zwang beim Putzen lässt sich aber oft im Vorhinein vermeiden. Es braucht aber manchmal schon kreativere Lösungen, um Zähne Putzen vom ungeliebten Punkt auf der Tagesordnung wenigstens zum schnell erledigten „To Do“ zu machen. Ich habe deshalb ein paar Ideen und Anregungen gesammelt, die bei uns und bei Freunden sehr gut funktionieren. Es ist nicht immer die gleiche Strategie, die zum Ziel führt, manchmal hilft auch Abwechslung. Ein paar Tage funktioniert Ablenkung, dann wieder Singen oder Bakterien fangen. Probiert es einfach.

12 Kreative Ideen für das Zähne Putzen

1. Früh anfangen

Fangt früh damit an und baut es in eure Rituale ein. Denn Zähne putzen ist auch Gewohnheit. Ab dem ersten Zahn könnt ihr schon mit dem Finger-Schrubber putzen.Nicht zu viel, nicht zu wenig und nur so lange es Spaß macht. Aber sie gewöhnen sich daran.

2. Lasst die Kinder die Zahnbürste & Zahnpasta selbst aussuchen.

Ihr glaubt gar nicht, was Arielle, die Eiskönigin, Captain Sharky & Co so alles bewirken können … Und falls jetzt das Argument kommt, dass sich die Kinder dann nicht die besten Bürsten und die perfekte Zahnpasta aussuchen, dann weise ich darauf hin: was ist euch lieber? Dass eure Kinder sich sie Zähne gar nicht oder nur im Kampf putzen oder freiwillig und dafür mit einer Bürste & Pasta, die euch nicht zusagt? Es hat noch nie jemand von Captain Sharky Karies bekommen, sondern eher vom nicht Putzen.

3. Sei ein Vorbild, denn Vorbild wirkt

Ich putze mir manchmal mit den Kindern gemeinsam die Zähne, obwohl ich viel später schlafen gehe als sie, weil es ihnen dann mehr Spaß macht.

4. Selbständigkeit unterstützen

Kinder haben ab einen enormen Drang zur Selbständigkeit. Lasst sie auch mal selbst putzen, wenn sie das wollen. Vergesst dann aber nicht auf’s Nachputzen. Das ganz kleine Fräulein putzt sich zum Beispiel am liebsten ganz selbst die Zähne und wehrt sich, falls ich versuche, sie für sie zu putzen. Danach darf ich noch „kontrollieren“, ob alles sauber ist.

5. HILFE

Bei kleineren Kindern soll ja, aber auch bei älteren Kindern darf noch geholfen werden. Ich weiß, das kleine Fräulein könnte es schon selbst. Trotzdem lässt sie sich gerne helfen und will sich die Zähen gar nicht selbst putzen. Nicht schlimm, irgendwann wird der Tags schon kommen … also helfe ich hier. Wenn mal wieder die „Zahnelfe“ im Kindergarten war, nimmt sie die Bürste allerdings stolz selbst in die Hand und zeigt mir, was sie gelernt hat.

6. Erfindet ein Zahnputz-Lied

Oder klaut euch eines aus dem Internet. Irgendwann habe ich begonnen, völlig sinnfreie Wörter passend zum Zähne putzen zu „Old Mac Donald …“ zu singen. Der Text ist wirklich nicht erhebend, aber das ist den Kindern völlig egal. Das Lied hat sich gehalten und ohne geht es manchmal gar nicht.

Total entzückend finde ich auch Zähne putzen mit Flunkeblunk (ACHTUNG: ist aber kein Song!)

7. Ortswechsel

Keine Lust aufs Badezimmer? Ich glaube, manchmal ist es nicht so schlimm, sich die Zähne z.B. im Kinderzimmer zu putzen. Bevor sie gar nicht geputzt werden …

8. Challenges

Die funktionieren doch auch bei Erwachsenen, oder? Jeder mag Wettbewerbe. Dummerweise macht es gerade beim Zähne putzen wenig Sinn zu wetten, wer der Schnellste ist. Aber wer kann z.B. am längsten dabei auf einem Bein stehen? Das ist das Stichwort für einen weiteren Vorschlag. Lasst ältere Kinder mal auf einem Bein stehen oder auf den Zehenspitzen, die Zunge rausstrecken oder Creme im Gesicht verteilen. Sie werden ga nicht merken, das die zwei Minuten um sind.

9. Dreht Musik auf und tanzt beim Putzen

Mit Musik geht doch vieles einfacher, oder? Und man merkt nicht, wie schnell die Zeit vergeht.

10. Putzt euch gegenseitig die Zähne

Dieser Tipp ist aus dem Wunsch des ganz kleinen Fräuleins entstanden, mir auch einmal die Zähne putzen zu dürfen. Gleichzeitig hat sie sich ohne Murren von mir die Zähnchen polieren lassen. Perfekt.

11. Die Geschichte von den Bakterien …

Baktus, den kennt ihr vielleicht. Der hüpft bekanntermaßen gemeinsam mit seiner Familie auf unseren Zähnen herum. Nachdem sich unsere Kinder von Baktus recht unbeeindruckt gezeigt haben, habe ich ihnen erzählt, er würde auf ihren Zähnen ganze Städte errichten. Wir sind dann auf Baustellen-Jagd gegangen und haben diese wieder vernichtet, bevor Wohnhäuser entstehen konnten. Funktioniert manchmal, aber nicht immer.

12. Monsterjagd am Handy vertreibt Bakterien

Vielleicht habt ihr schon davon gehört: die Playbrush* ist ein Aufsatz für eure Zahnbürste, mit dem ihr in einer App am Handy oder Tablet auf Monsterjagd gehen könnt. Vielleicht ist das ja die Lösung für euer Problem … 😉

Abschließend habe ich noch Dr. Eva-Maria Mozgan, zahneputzerfahrene Mutter und praktizierende Zahnärztin in Wien, um ihren professionellen Rat gebeten, wie wichtig Zähne Putzen bei Kindern ist.

Darf es Ausnahmen vom Putzen geben?

Eva-Maria Mozgan sieht natürlich das Problem, dass kleine Kinder manchmal einfach nicht wollen. Ausnahmen sollte es vom Zähne Putzen dennoch nicht geben, es gäbe viel zu viele Kinder, die bereits an den Milchzähnen argen Karies haben. Auch sie meint, man müsse eben kreativ werden und das Putzen zum Spiel machen, dann kommt es erst gar nicht so weit.

Was ist vor allem zu Beginn wichtig?

Wichtig beim Zähne Putzen ist vor allem die Regelmäßigkeit und dass Eltern nachputzen/nachkontrollieren. Erst ab ca. acht bis zehn Jahren können Kindern dann schon wirklich alleine Putzen. Wer unschlüssig ist, ob die Kinder (oder man selbst bei den Kindern) richtig Putzen, sollte seinen Zahnarzt darauf ansprechen.

Der erste Besuch beim Zahnarzt?

Wie man Kinder sanft an den Zahnarztbesuch heranführen kann? Ab zweieinhalb Jahren kann man die Kinder erstmal zur eigenen Kontrolle mitnehmen und dann alle sechs Monate zur regelmäßigen Kontrolle.

So haben es übrigens auch wir gemacht. Unsere Zahnärztin schaut dann vorsichtig in den Mund der Großen, spricht mit ihr und das war es dann. Bisher war alles in Ordnung.

Eva hat auch noch einen Buch-Tipp für Eltern & Kinder: Blitzeblank sind alle meine Zähne*.

Zähne Putzen mit Kindern

Liebe Eva, vielen Dank für deine wichtigen Infos. Ihr erreicht Eva übrigens auch auf ihrer Facebook-Seite, wenn ihr euch weiter informieren wollt. 

Einen aufschlussreichen Beitrag zum Thema Zähne Putzen habe ich übrigen bei Vera auf Abenteuer Erziehung gefunden. Außerdem nennt sie in ihren Top-Ten Strategien auch einen Punkt, den ich noch nicht dabei habe.

Ich freue mich übrigens noch über weitere Tipps zum Zähne putzen! Damit uns niemals die Ideen ausgehen, wenn Zähne Putzen wieder einmal OUT ist… 😉

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