Wer mir schon länger hier folgt hat sicher bereits festgestellt: Ich fahre gerne Rad. Nein, eigentlich fahren wir alle gerne Rad. Deshalb möchte ich euch zeigen, welche Räder und Anhänger uns überzeugt haben. Vielleicht bringen ich euch ja auf den Geschmack.

Warum Radfahren?

Früher … da war es pure Freiheit für junge Menschen ein eigenes Auto zu haben. Mit Freunden durch die Gegend cruisen und am Steuer (vielleicht zu Ö3) abshaken. Zumindest war laut Umfragen in den 80ern Radfahren mit Familie, Fahrrad, KinderAutofahren als Symbol für Freiheit ziemlich weit oben auf der Top-10 Liste junger Menschen. Für mich fühlt sich Autofahren kein Stückchen nach Freiheit an. Hat es nie. Ich mag es einfach nicht. Mitfahren geht noch, aber eigentlich mag ich auch das nicht besonders gerne. Eingeklemmt in einer Blechbüchse und unbeweglich wie sonst fast nirgends außer im Flugzeug, immer auf der Hut ausreichend Abstand von anderen Blechbüchsen zu halten. Wie kann sich das nach Freiheit anfühlen, frag ich mich?

Ihr versteht, worauf ich hinaus will? Beim Radfahren ist man langsamer als mit dem Auto, kommt aber ebenso auf vielen Strecken im städtischen Raum von A nach B. Man bewegt sich aber und hat jede Sekunde die Möglichkeit anzuhalten und den Blickwinkel zu wechseln. Schöner Nebeneffekt: man macht eigentlich Sport ohne es zu merken. Als ich in Holland täglich 30 Minuten auf die Uni und retour gefahren bin hatte ich eine feine Kondition. Ich liebe es, wenn mir im Sommer die kühle Luft um die Nase weht, währende es 30 Grad hat. Es ist außerdem angenehmer, mit dem Rad zum Baden zu fahren als mit dem Bus – der ist sowieso meist überfüllt und müffelt. Ich versuche deshalb vor allem im Bezirk viele Strecken mit dem Rad zu fahren statt den Bus zu nehmen.

Und dann kamen die Kinder …

Radanhänger, Croozer, RadfahrenErstens: auch Kinder können Rad fahren. Zweitens: So lange das noch nicht geht, gibt es mehrere Möglichkeiten: Kindersitz hinten am eigenen Fahrrad, Fahrradanhänger oder ein Lastenfahrrad. Letztere haben den Vorteil, dass man in bei uns auch erhältlichen Modellen sogar bis zu vier Kinder transportieren kann (und sich dann am besten auch gleich den E-Motor einbauen lässt …)

Wir haben verschiedene Möglichkeiten ausprobiert und finden, alles hat seine Vor-und Nachteile. Als Anregung möchte ich euch nun unsere Rad-Transport-Ausstattung vorstellen:

Der Kinder-Fahrradsitz

Das ist eigentlich für mich die beste und günstigste Lösung für die ersten zwei Jahre mit nur einem Kind. (Bei kleineren Kindern sicher auch länger). So ein Kindersitz hinten am Rad trägt nicht besonders auf und wenn man Radtaschen hat kann man auch noch Kleinkram wie Handtuch und ein wenig Badezeug mitnehmen. Das kleine Fräulein hat es am Anfang sehr genossen, denn scheinbar ist auch die Aussicht hinter dem Fahrer ganz akzeptabel. Wir haben uns damals für einen Römer Jockey Relax entschieden, der auch eine leichte Schräglage erlaubt. Zum Schlafen scheinbar ausreichend und bequem. Sobald wir das Bakfiets hatten, war der Sitz allerdings nur noch wenig interessant … 😉

Unser Bakfiets

Lange haben wir überlegt und recherchiert und endlos Kritiken und Testberichte gewälzt. Und dann, endlich, haben wir getestet. Heavy Pedals in Wien hat einige Lastenfahrräder unterschiedlicher Hersteller zum Probefahren vor Ort im Geschäft. Wir haben einspurige und zweispurige Lastenräder getestet und sind am Ende beim Bakfiets gelandet. Es fährt sich einfach toll. Schon bei der ersten Probefahrt fand ich den Unterschied vom Bakfiets zum normalen Fahrrad im Handling nicht so gravierend. Es ist natürlich deutlich schwerer und dadurch auch schwerfälliger als ein herkömmliches Fahrrad, hat aber eine unglaublich bequeme Bauweise und fährt sich sehr geschmeidig. Da es einspurig ist, ist es auch nicht so „klobig“ im Straßenverkehr wie zweispurige Lastenräder und hat einen passablen Wendekreis.

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Wir haben ein Bakfiets mit großer Transportkiste, in der momentan zwei aber prinzipiell mit zweiter Sitzbank bis zu vier Kinder transportiert werden könnten. Im Winter und bei Regen fahren wir mit Regenverdeck.

Als Zubehör gibt es übrigens auch eine Maxi Cosi Halterung, wobei wir das Maxi Cosi und für längere Strecken auch den Kindersitz mehrfach mit Spanngurten fixiert hatten. Das hat sehr gut geklappt, als Federung kamen noch Handtücher darunter.

Vorteile:

  • Man kann sich auch während der Fahrt gut mit den Kindern unterhalten
  • Unsere zwei schätzen den Ausblick vorne auf dem Fahrrad sehr und kommentieren fleissig
  • Ich habe die Kinder immer gut im Blick
  • Da sich die breiteste Stelle des Rades vor mir befindet, kann ich Durchfahrtsbreiten gut einschätzen
  • Schon erwähnt: es fährt sich einfach toll!
  • Bei Bedarf gibt es das Bakfiets auch mit E-Motor
  • Der Stauraum ist enorm

Nicht so toll:

  • Mit Regenverdeck können die Kinder im Winter nur schwer einsteigen. Das ist normalerweise ein rechtes „Gewurschtel“.
  • Ein(Schlafen) sollten die Kinder nicht in der Kiste, da es keine Kopfstützen oder ähnliches gibt. Der Kopf knickt dann über das Kinn nach vorne, das halte ich ohne Stütze für gefährlich. „Schlaf“-Strecken fahre ich deshalb nur mit unserem Anhänger.

Ihr wollt wissen, was ins Bakfiets reingeht?

Einmal Wocheneinkauf ODER zwei Kinder+Bierkiste+kleine Einkäufe ODER Drei Säcke Sandkistensand+Plastiksandkiste oben drüber fixiert ODER bis zu 70 Kilo Gartenerde ODER sechs Säcke Brennholz ODER ein IKEA Einkauf (also kein Sofa, gell! 😉 ) ODER einfach unser Wocheneinkauf. Wir haben schon viel damit transportiert, nicht nur die Kinder 😉

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Unser Fahrrad-Anhänger: Croozer Kid for 2

Die Sache mit dem Schlafen ist im Sommer vor drei Jahren dann wirklich zum Problem geworden. Auf dem Weg ins Bad war alles ok, aber zurück ist das kleine Fräulein immer eingeschlafen. Der Kopf ist nach vorne geknickt und ich musste jedes Mal anhalten und die arme Maus wieder aufwecken. Deshalb habe ich im Winter beschlossen, für den nächsten Sommer besorgen wir uns zusätzlich einen Fahrradanhänger.

Croozer for 2, Radanhänger, Fahrradanhänger, Croozer, Radfahren mit KindernGleich mal vorweg – mein Traumanhänger wäre natürlich ein Chariot CX2 gewesen. Aber – tataaaa – der war uns neu zu teuer und gebraucht waren die Dinger auf Willhaben in Sekunden weg. Deshalb haben wir uns dann letztlich für einen Croozer for 2 entschieden und sind auch sehr zufrieden damit. Das einzige, was nervt ist die Fummelei beim Montieren des Buggy-Rads. Das hätte ich mir mit einem Chariot letztlich erspart. Prinzipiell ist der Croozer aber ein guter Anhänger, den ich auch jedem empfehle, der sich wegen des doch recht hohen Preises keinen Chariot kaufen möchte. Die Kinder sitzen darin bequem und sind gut gesichert. Auch der Stauraum ist großzügig und mehr als ausreichend für einen Familienausflug zum Schwimmen inklusive Picknick. Beim nach Hause Fahren von Freunden oder aus dem Schwimmbad wird nun immer geschlafen. Die Sitze im Anhänger sind scheinbar sehr bequem und die Gurtsicherung ist sehr gut.

Auch im Croozer, wie in anderen ähnlichen Rad-Änhängern, können Babies transportiert werden, indem man den Baby-Einsatz montiert (sieht aus wie eine Mini-Hängematte), in dem sie ähnlich wie im Maxi-Cosi im Auto sitzen. Neue Modelle kann man mit einer zusätzlichen Federung ausrüsten lassen. Ich finde aber auch ohne Federung fährt es sich gut, sofern man keine Offroad-Touren macht. Sehr fein ist die Feststellbremse an beiden Rädern, so kann man ihn bei Bedarf auch als Kinderwagen nutzen und eventuell U-Bahn fahren.

Mein Fazit

Wir lieben unsere Ausstattung und jedes einzelne Teil davon kann ich wärmstens empfehlen. Letztlich kauft man sich aber aus Platzgründen normalerweise nicht so viele Fahrräder und Anhänger. Seid ihr also noch auf der Suche nach der optimalen Transportmöglichkeit für eure Kinder, solltet ihr zuerst eure Bedürfnisse sortieren, euch gut beraten lassen und dann entscheiden. Wenn ihr längere Strecken fahren wollt und die Kinder auch am Rad schlafen wollen, werdet ihr mit einem Lastenrad nicht glücklich werden. Habt ihr keinen Platz zum Abstellen, dann ist nicht einmal der etwas kleinere Anhänger praktisch. Aber vielleicht wollt ihr ihn auch als Kinderwagen nutzen? Auch beim Kauf unseres Kinderwagens habe ich damals sehr lange überlegt. Listen mit euren Anforderungen ans Material können sehr praktisch sein und bei der Kaufentscheidung helfen.

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