Melli von Melli’s Kindergartenblog erzählt euch heute eine entzückende Geschichte, die mit einem Irischen Sagenbuch beginnt und am Ende eines Regenbogens aufhört. Vielleicht sollten wir alle mehr Märchenbücher lesen …

Mellis Würfel: Schaf, Fisch, Schildkröte, Buch, Regenbogen, Frage, Flugzeug, Gewitter, Uhr/Zeit

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Darf ich Ihnen etwas zu lesen anbieten?“, fragte die freundliche Flugbegleiterin und zeigte Adam 3 Bücher. „Ja, ich nehme dieses hier. Danke.“, antwortete Adam und sah sich den Titel des Buches an. Irische Sage; Der Schatz am Ende des Regenbogens stand darauf und weil er gerade nichts anderes zu tun hatte beschloss er das Buch zu lesen.

Bitte begeben Sie sich auf Ihre Plätze und legen Sie die Sicherheitsgurte an.“, hörte er den Pilot durch den Lautsprecher. Adam sah auf die Uhr und stellte fest, dass er bald landen würde. Er legte das Buch zur Seite. Der Passagier neben ihm sah darauf und sagte: „Das ist meine Lieblingssage. Jedes Mal wenn ich einen Regenbogen sehe denke ich darüber nach ob am Ende wirklich ein Schatz versteckt ist. Vielleicht Gold oder Edelsteine. Aber ein Schatz ist ja für jeden etwas anderes. Viel Glück bei der Suche.“ „Danke“, sagte Adam, „aber ich bin gar nicht auf der Suche nach einem Schatz sondern nach einer seltenen Schildkröte und einer eigentlich ausgestorbenen Fischart, ich bin Meeresbiologe.“

Oh, na dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg und dass sie die Antworten auf Ihre Fragen finden. Hoffentlich schaffen Sie es noch bevor das Gewitter aufzieht.“, antwortete der Mann freundlich und deutete zum Fenster.

Adam sah hinaus und bemerkte, dass sich der Himmel dunkel färbte. Danach gab es einen Ruck und das Flugzeug wurde in die Parkposition gelenkt. Gleich darauf stürzte sich Adam als einer der Ersten aus dem Flugzeug und rannte zur Gepäckausgabe. Immer wieder sah er auf seine Uhr und hoffte, rechtzeitig vor dem Gewitter bei der Tauchschule zu sein bei der er eine Tauchtour gebucht hatte.

Er sprang in das erste freie Taxi, gab dem Lenker die Adresse und schon waren sie auf dem Weg zur Küste.

Die ersten Regentropfen fielen auf die Autoscheibe und am Horizont begann es zu blitzen. Kurze Zeit später schüttelten starke Sturmböen das Auto durch. Plötzlich bremste der Lenker abrupt ab und blickte, zwischen den Scheibenwischern, erschrocken auf die Straße. „Die Fahrt ist zu Ende.“, meinte er ruhig. Adam blickte aus dem Fenster und sah einen umgefallenen Baum auf der Straße.

Wir müssen umdrehen und zurückfahren, hier kommen wir nicht weiter“, sagte der Fahrer. „Nein, ich gehe den restlichen Weg zu Fuß, danke.“, meinte Adam und stieg aus dem Auto. Er zog den Zippverschluss seiner Jacke bis oben zu und setzte die Kapuze auf, dann machte er sich mit seinem Koffer weiter auf den Weg die Straße entlang.

Das Gewitter wurde immer schlimmer. Der Sturm heulte, die kalten Tropfen schlugen auf Adams Gesicht und das Donnergrollen ließ seinen Körper erzittern. Er begann zu laufen um schneller an sein Ziel zu kommen, doch plötzlich hörte er ein Geräusch das nicht nach Sturmheulen klang. Er blieb kurz stehen um zu sehen wo es herkam. Adam verließ die Straße und wartete durch eine Weide in der er bis zu den Knöcheln einsank. Das Geräusch wurde immer lauter und deutlicher und er konnte erkennen, dass es sich um ein Schaf handeln musste. Nach kurzer Zeit konnte er ein Lamm sehen. Es lag zusammengekauert neben einem Stein und zitterte. Adam kam näher und zog aus seinem Koffer ein Handtuch um das kleine Tier darin einzuwickeln. Es wehrte sich nicht und kuschelte sich in das wärmende Tuch. Adam sah sich um und entdeckte einen kleinen Stall. Er hob das Lamm hoch und ging mit ihm zu dem kleinen Bretterhaus um sich unterzustellen bis das Gewitter vorbeigezogen war.

Die beiden kuschelten sich aneinander und schliefen schlussendlich ein. Adam erwachte als er etwas Feuchtes an seiner Hand spürte. Das Lamm schleckte ihn ab und sah ihn mit großen Augen an. Inzwischen hat der Regen ausgehört. „Es hat sicher großen Hunger.“, dachte Adam, „Ich muss ein zu Hause für das Kleine finden. Unmöglich kann ich es mitnehmen.“

Er trocknete das Lamm etwas ab und packte das Handtuch wieder ein. Adam und sein kleiner Freund machten sich auf den Weg zurück zur Straße. Als sie dort angekommen waren hielt Adam ein vorbeifahrendes Auto an um nachzufragen ob es in der Nähe einen Bauernhof gibt. „Ein paar hundert Meter weiter die Straße entlang, gibt es eine kleine Farm.“, sagte die freundliche Frau am Steuer und setzte ihre Fahrt fort. Adam sah das Lamm an und ging die Straße weiter. Das junge Schaf folgte ihm sofort und sie gingen gemeinsam bis sie ein kleines Haus sahen.

Adam hob das kleine Lamm hoch und klopfte an die hölzerne Türe. Kurze Zeit später öffnete ein kleiner Mann mit rundlichem Bauch und einem krausen Bart die Türe. Er sah sehr freundlich aus und Adam erzählte ihm die Geschichte, wie er seinen kleinen Freund gefunden hatte und dass er es nicht mitnehmen könne. Sofort bot der Farmer an das Lamm in seine Schafherde aufzunehmen und sich um das junge Tier zu kümmern. Adam war sehr froh, das Lamm gut aufgehoben zu wissen. Sie tranken gemeinsam eine Tasse Tee und sahen dem jungen Tier zu wie es Bekanntschaft mit den anderen Schafen machte. Es sah sehr glücklich aus und schließlich konnte sich Adam dazu überwinden sich wieder auf den Weg zu machen um seine Forschung endlich zu beginnen. Er verabschiedete sich von dem netten Mann und seinem neuen Freund und stieg in das Taxi, welches ihm der Bauer gerufen hatte. Das Lamm sah ihm nach als das Taxi losfuhr.

Als das Taxi wieder, in Richtung Küste, auf die Straße bog, sah Adam etwas wehmütig aus dem Fenster. Da bemerkte er, dass sich auf dem Himmel ein großer und wunderschöner Regenbogen gebildet hatte. Er erinnerte sich an die Sage welche er im Flugzeug gelesen hatte. Sein Blick schweifte über den Regenbogen bis zu dessen Ende und er konnte es kaum glauben. Das Ende des Regenbogens war direkt über dem kleinen Bauernhaus in dem er das Lamm guten Gewissens gelassen hatte. Jetzt wusste er was für ihn der Schatz am Ende des Regenbogens war. Es war ein kleines Lamm an welches er sich immer erinnern würde. Ihm wurde warm ums Herz und eine kleine Freudenträne kullerte über seine Wange. Er war glücklich, einfach glücklich.

Download-Version der Geschichte:

Der Schatz am Ende des Regenbogens_Melanie Radl

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