Warum sollten wir uns eigentlich damit beschäftigen, wo unser Essen herkommt? Und zwar egal, ob es sich um Fleisch, Gemüse oder Obst handelt? Simple Antwort: weil Essen ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens ist und wir durch die Wertschätzung für die Nahrung nicht nur uns sondern auch die Umwelt wertschätzen.

Ich habe mir sehr lange gar keine Gedanken darüber gemacht, wo unser Essen herkommt. Ich habe gegessen, was auf den Tisch kommt und habe nicht gefragt, woher es stammt. Als Kind habe ich gelernt, dass Tiere für unser Fleisch sterben müssen. Ich habe Kühe beim Bauern gesehen, Hühner und Hasen.

BIO FLeisch nachhaltigkeit

Ich wusste schon als Kind, dass diese Tiere irgendwann auf einem Teller enden, habe aber aufgrund meiner Eindrücke niemals ein Problem damit gehabt. Bis ich als Teenager in den Medien gesehen habe, dass es auch anders geht.

Etwa ein Viertel unseres ökologischen Fußabdrucks lässt sich auf unser Essen zurückführen. Das heißt, 25 Prozent der Fläche, die wir rechnerisch für unsere Bedürfnisse verbrauchen, bestimmen wir durch unsere Ernährung. Damit ist unser typisch westlicher Lebensstil eine der größten Bedrohungen für unsere Umwelt.“

heißt es im Fleisch-Ratgeber des WWF Österreich. Ein Umstand, der uns zu denken geben sollte, denn damit bekommt der Umstand, woher unser Essen kommt eine wichtige Bedeutung.

Unsere Kinder wissen, dass Fleisch nicht im Supermarktregal wächst. Sie wissen, für ihre Hühnerbrust ist ein Huhn gestorben und für ihr Schnitzerl eine Kuh. Ich versuche ihnen zu erklären, weshalb ich manche Produkte einfach nicht kaufen möchte, wie etwa letztens bei Eiern. In Österreich herrscht eine vergleichsweise genaue Kennzeichnungspflicht, was die Herkunft von Lebensmitteln angeht. Auf jeder Fleischpackung ist der Bauer verzeichnet, aus dessen Stall das Tier stammt oder das Huhn, das das Ei gelegt hat. Zusätzlich gibt es Biosiegel, die kennzeichnen, dass das Produkt BIO ist.

Wie erkenne ich BIO?

Fünf verschiedene Bio-Kontrollstellen gibt es in Österreich, die einmal jährlich vor Ort bei den Bauern kontrollieren, ob alle gesetzliche Bedingungen bei ihren Produkten eingehalten werden. Ganze zwei Jahre dauert die Umstellung sowohl bei Fleisch als auch bei Getreide, Gemüse und Obst, bevor sie als BIO verkauft werden dürfen. EU-weit werden Produkte, die als BIO verlauft werden dürfen mit dem EU-BIO Siegel gekennzeichnet, für österreichische Produkte wird das AMA-Biosiegel in zwei Ausführungen vergeben sowie das BIO Austria Logo. (alle Infos und Logos hier)

Warum Fleisch? Oder warum nicht?

Kann man auf Fleisch verzichten? Ja natürlich, kann man. Es gibt abgesehen dafür, dass man nicht möchte, dass ein Tier für ein Schnitzel sterben muß aber auch noch viele andere gute Gründe, kein Fleisch zu essen oder den Konsum wenigstens zu reduzieren. Eines der Probleme ist unter anderem: wir essen nicht einfach Fleisch, wir essen viel zu viel Fleisch. Laut Statistik 63 Kilogramm pro Jahr pro Kopf im Durchschnitt, Tendenz steigend!. Das ist nicht nur zu viel Fleisch für eine ausgewogene und gesunde Ernährung, das bedeutet auch, dass die notwendige Fläche, um Fleisch zu produzieren laufend steigt, denn auch die Tiere brauchen Futter, das ebenfalls angebaut werden muß.

Hinzu kommen in der Bilanz Schadstoffe beim Futtermittelanbau, häufig weite Transportwege bei Futtermitteln UND Tieren (Thema: CO2 Emission) sowie der Umstand, dass so große Mengen an Fleisch nicht BIO produziert werden (können?). Oder es ist schlichtweg nicht erwünscht, weil preislich weniger rentabel und hier spielt natürlich auch die Nachfrage mit wenn es um das Preis-Leistungs-Verhältnis geht.

BIO Fleisch kaufen

Endziel: weniger Massenproduktion, mehr BIO.

WEIL: Fleisch ist uns nicht Wurscht!

Prinzipiell wäre die Lösung einfach. Wir müssen nicht auf Fleisch verzichten, wenn wir das nicht wollen, aber generell muß unser Konsum (bei allen Lebensmitteln!) bewusster werden.

„Eine Veränderung unserer Ernährungsgewohnheiten schafft gesünderes Essen für gesündere Menschen und eine gesündere Umwelt. Und das ohne Mehrkosten!“ verspricht die aktuelle Warenkorb Studie des WWF.

BIO Qualität kostet generell ein wenig mehr als einfach nur Fleisch (oder Gemüse). Die Gründe sind vielfältig. Ich erinnere mich noch an Bilder aus meiner Kindheit, die durch die Medien gingen. Hunderte Tiere in einen Laster gepfercht werden quer durch Europa gekarrt, ein großer Teil davon kommt nicht mal lebend am Ziel an. Diese Tiere wurden häufig mit Antibiotika vollgestopft und gemästet, um eine bestmögliche Ausbeute zu garantieren. Angekommen, ausgeladen und unter in vielen Ländern zierunwürdigen Umständen geschlachtet. Damals in den 90ern war das die erste Welle an Aufklärung an die ich mich zurückerinnern kann. Die ultimative Lösung liegt für mich aber trotzdem nicht darin, dass wir nun alle zu Vegetariern werden. Es sollte statt dessen großflächig umgedacht werden. Tatsächlich muß sowohl das Tierwohl als auch die Schonung unserer Umwelt in den Vordergrund rücken und das kann es nur durch mehr Aufklärung. Einfach so passiert selten Veränderung im Denken der Menschen.

Aber BIO ist teurer?

Ja, ist es. Oder auch nicht, wenn man gezielt einkauft. Ich habe bereits im Herbst ein paar Infos dazu gesammelt, was BIO-Gemüse von herkömmlichen Gemüse unterscheidet und so ist es natürlich auch bei Fleisch. Eine BIO Kuh wächst nicht in unwürdiger beziehungsweise nicht artgerechter Massentierhaltung auf und braucht mehr Platz. Siee wird nicht mit Antibiotika aufgepäppelt um mehr Fleisch abzuwerfen. Sie kann auf der Weide grasen und frisst überwiegend lokal angebaute Futtermittel. Außerdem wird eine „Bio-Kuh“ nicht tausende Kilometer quer über den Kontinent verschifft, um möglichst billig und in (sogar vielen EU-Ländern) grausam geschlachtet und verarbeitet zu werden. Einer BIO Kuh grault der Bauer auch mal die Nüstern, sie hatte vielleicht sogar einen Namen und nicht bloß eine Nummer.

Welches Fleisch soll ich nun kaufen? Der Fleisch-Ratgeber

Zur Unterstützung der Kaufentscheidung bei Fleisch möchte ich euch den WWF Fleischratgeber ans Herz legen. Auf der Webseite findet ihr sehr übersichtlich mit vielen Informationen aufgelistet, für welches BIO Fleisch in Österreich welche Anforderungen in der Haltung und bei Futtermittel gelten. Zusätzlich gibt es auch Vergleichsdaten aus Deutschland und anderen EU Ländern. Bewertet wird im Fleisch-Ratgeber mittels Ampelsystem. Berücksichtig werden dabei der CO2 Fußabdruck, Artenvielfalt, Überdüngung von Gewässern, Pestizide, Einsatz von Antibiotika und das Tierwohl. Die meisten dieser Kriterien sind bei herkömmlichen Fleisch übrigens als negativ (im Ampelsystem rot) bewertet. Wenn ihr euch noch nicht mit der Herkunft eures Fleisches auseinandergesetzt habt, schaut euch das unbedingt an, denn ich denke mehr braucht es nicht, um davon zu Überzeugen, dass BIO Fleisch nicht nur für das einzelnen Tier und die Umwelt als auch für unsere Gesundheit besser ist und um ehrlich zu sein graust mir jetzt ein bisschen vor dem Schnitzerl im Gasthaus, dessen Herkunft ich nicht kenne.

Wie ist das bei euch? Achtet ihr schon auf BIO? Oder seid ihr mitten drin in der Umstellung Was sind eure Herausforderungen?

BIO Fleisch zu kaufen ist Wertschätzung an uns, unsere Umwelt, unsere Kinder und die Tiere. BIO ist keine Modeerscheinung. Bio Essen ist etwas, was auch für ein mittleres Budget machbar ist, wenn man es gut vorausplant. #bio #biofleisch #familienessen #familyfood

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