Hilfe! Das Vorbild meiner Tochter ist rosa-rot und trägt einen Erdbeerhut am Kopf. Es sind überhaupt überall Beeren. Und Zuckerschlecker. Rosa-bunt natürlich. Jawohl, das ist Emily Erdbeer. Egal, ob ich sie mag oder nicht: Die Sendung mit der Maus, Peppa Pig oder Donald Duck & die Chipmunks waren gestern. Heute hört mein Kind nur noch auf Emily Erdbeer.

Bildschirmfoto 2015-10-03 um 23.30.09

Bild-Quelle: http://www.gbpicsonline.com

Vorbildwirkung

Was Emily macht ist nämlich umfassend richtig. Was sie sagt, muß wohl so sein. „Papa, gib die Ellenbogen vom Tisch. Das macht man nicht beim Essen!“, „Mama, ich mache einen Überschlag wie Rapunzel“. Ok, sie kann noch keinen Überschlag. Aber seither versucht sie es immer wieder. „Schau Mama, so macht man das …“ Aaaaaaaaah! Es ist wirklich super-süß, aber ich habe schon ein Erdbeer-Trauma. Ich frage mich, ob ich nächsten Sommer überhaupt Erdbeeren essen kann. Und dabei habe ich Emily Erdbeer noch nicht einmal in ihrer ganzen Vielfalt kennen gelernt. Bislang durfte ich nämlich erst Cinderella (Erdbeerella), Dornröschen (Emily Röschen), Rapunzel, die Meerjungfrauengeschichte und noch zwei oder drei andere Folgen immer und immer wieder ansehen. Meistens geht es um Freundschaft, Verständnis, Hilfsbereitschaft, Mut oder um andere lehrreiche Dinge wie Tischmanieren oder Organisieren.

Der Knigge meiner Kinder heißt also Emily Erdbeer …

So ist es. Ich weiß jetzt nämlich – Emily Erdbeer sei Dank – genau, wie man sich bei Tisch benimmt (eigentlich genau so wie wir das versuchen den Fräuleins beizubringen, aber wer hört schon auf Eltern). Oder wie man eine Einladung schreibt und überbringt oder bei einer Königin vorspricht (auch wichtig). Ich finde ihre rosarote Welt optisch ganz furchtbar. Trotzdem sitze ich gespannt daneben und beobachte mein Kind, wie sie wiederum Emily gebannt beobachtet und alles in sich aufsaugt wie ein nasser Schwamm.

Derzeit will sie danach natürlich noch einmal die ganze Folge erzählt haben. Mache ich auch nur einen Fehler, dann werde ich gleich empört verbessert. Emily ist ganz offensichtlich ein großes Vorbild (wie die liebe Conni auch). Und dann bin ich doch froh, dass das Vorbild des kleinen Fräuleins auf Teepartys geht, eine kuschelige rosa Katze namens Schnurrschönchen hat und voller Enthusiasmus und mit außerordentlichem Mut (ebenfalls rosarote) Elfenstädte oder ihre Freundinnen rettet. Es könnte echt schlimmer sein.

Kinder lieben Kitsch (!?)

In der Sekunde in der ich meine unbändige Abneigung gegen rosaroten Kitsch und perfekte Zuckerwattewelten überwinde, fällt mir dann eine Unterhaltung mit meiner Mama wider ein:

Das kleine Fräulein erzählt aufgeregt vom rosa Zimmer bei IKEA, dass sie mit Oma gemeinsam gesehen hat.

Oma: „Siehst du, alle Kinder stehen auf Kitsch! …“
Ich: „Oh Gott, ich etwa auch? Kann mich nicht erinnern“
Oma: „Ja, du wolltest ein rosa Zimmer.“

Stille

Anmerkung: Ein rosa Zimmer bekam ich nicht. Aber eine rosa Wand. Kann mich aber nicht mehr daran erinnern. Habe ich wohl verdrängt …

Habe ich euch jetzt Gusto auf Emily Erdbeer gemacht? *hüstel* *räusper* Hier könnt ihr in eine unserer aktuellen Lieblingsfolgen reinschauen. Immerhin geht es immer um starke Mädls 😉

6 Kommentare