Donnerstag Nachmittag hat Oma beschlossen, mit ihren beiden Enkeln am Spielplatz „abzuhängen“. Ein Spielplatz, den sie kennt und die meine zwei Fräuleins ebenso. Alles easy, hat sie wohl gedacht …

Stadtmama_Bienenwabe

16:10 Uhr sitze ich gerade im Taxi zu meinem Termin. Die Mama in mir hat das dringende Bedürfnis, noch mal schnell Oma anzurufen und zu checken, ob alles ok ist. Tuut. Tuuuuut, Tuuuuuut. Oma braucht lange, um abzuheben. Erste Worte:“Deine Tochter ist verschwunden!“ Ich bin verwundert über meine innere Ruhe. Habe ein Déjà-vu. Ist mir das doch am gleichen Spielplatz tags zuvor auch passiert.

Mit vollster Überzeugung versuche ich Oma ein bisschen zu beruhigen:“Sie kann ja nicht weit sein. Ist sicher irgendwo am Spielplatz„. Na ja, der ist groß. „ABER WO?“ Panik in Omas Stimme. Meine innere Ruhe kennt an diesem Tag offenbar keine Grenzen. „Schau mal am Klettergerüst…“ Nichts.“ … oder in der Bienenwabe“ Nichts. Ich höre Oma rufen. Nichts. Oma legt auf und sucht weiter. UND ICH BIN MIR SICHER, sie ist in der Bienenwabe. Da war sie am Tag davor auch. Ganz oben, da sieht man es von außen nicht. Hat keinen Mucks von sich gegeben, als ich sie gerufen habe. Und hat Ärger deswegen bekommen.

16:20 Uhr. SMS „Kind gefunden„. Mein Taxifahrer schmunzelt. Er hat auch Kinder. Ratet mal, wo sie war? RICHTIG, in der Bienenwabe. Mama kennt ja ihre Pappenheimer… Und ich musste innerlich lachen. Es ist zwar fies, dass Oma natürlich Panik geschoben hat, weil sie dachte, sie hat ihre Enkelin verloren, aber die Geschichte erinnert mich an mich als Kind.

Ich war nämlich nur bedingt „besser“, was die Sache mit dem irgendwo Raufklettern angeht. Oma war oft mit mir im Park. Daran kann ich mich noch gut erinnern. Am liebsten waren wir in Oberlaa. Ich weiß allerdings nicht mehr, wo dieser Vorfall passiert ist. Es gab dort viele hohe Nadelbäume und die waren perfekt zum Klettern. Kurz ausmachen, wo Oma zu finden ist und wo ich hingehen darf und ich war weg. Und was macht ein Kind zuallererst, wenn es Spielen geht? Richtig, die Zeit vergessen. Meine Oma hat mich damals damals von einem sehr hohen Ast runtergepflückt. Zuerst hat sie mich laut gerufen, weil sie mich nicht gesehen hat und dann gefunden und „runterbefohlen“. Ich fürchte fast, der Apfel fällt tatsächlich nicht weit vom Stamm 😉

 

 

2 Kommentare