Solche Nachrichten sind heute schon von vorgestern. Trotzdem ist es mir einen Beitrag wert. Einen ganz ohne Kids ausnahmsweise. Nicht wegen der tollen Songs – die ich insgesamt übrigens eher durchschnittlich fand. Oder der Inszenierung – Respekt dafür an den ORF. Oder der Tatsache, dass die Makemakes trotz respektabler Leistung auf dem letzten Platz gelandet sind. Sondern, weil ich es insgesamt sehr spannend fand, wie sich mein Zugang dazu geändert hat.

Stadtmama_ESC2015

Als Kind habe ich immer Song Contest geschaut. Sogar noch bei Oma und Opa in schwarz/weiß. Zugegeben, mir hat die Musik gefallen. Aber Kinder sind da auch nicht so wählerisch. Und ich fand es toll, dass ich so lange aufbleiben durfte. Natürlich haben wir immer Österreich die Daumen gedrückt bei der Punktevergabe. Was sonst. Abgesehen vom Daumendrücken ist es aber heute doch etwas anders…

Samstag Abend 20 Uhr. Wir haben bekanntlich kein TV. Also suche ich mal ein gut funktionierendes Streaming. Gesucht, gefunden. Um 21 Uhr geht es los. Sonst alles wie immer. Oder doch nicht? Zugegeben, ich habe schon jahrelang nicht mehr Song Contest geschaut. Irgendwann hat mich das Song Contest-Gedüdel genervt und ich habe nicht mehr eingeschaltet. Nachdem ich auch schon seit mehr als drei Jahren nicht mehr TV geschaut habe, finde ich erstmal spannend, was in der Werbung läuft. Wer moderiert? Ok, kenne ich noch. Chips her und los geht’s!

Und was ist heute anders?

Bitte nicht lachen: die Gesellschaft auf der Couch. Und ich meine nicht Herrn L., sondern: Laptop, Smartphone und iPad. Alles in Reich- und Sichtweite. Es wird nicht mehr nur einfach passiv konsumiert. Ich setzte Tweets ab und lese synchron zur Show auch gleich ein Best-Of vor. Herr L. googelt einstweilen am iPad Hintergrundinfos. Ein ganz anderes Gesamterlebnis als früher. Digital eben. Kurzer Switch auf Facebook, um zu schauen, was meine Arbeitskollegen auf ihren Kanälen (natürlich rein beruflich 😉 ) so „treiben“ posten und gleich wieder retour auf  Twitter #blossnixversäumen. Wenn ich die Moderation – sorry, ORF – schon langweilig finde, dann hol ich mir die witzigen Kommentare eben anderswo.

Ablästern auf Social Media Art

Und wisst ihr was? Ganz offensichtlich habt ihr es genau so gemacht. Auf allen Kanälen gab es kaum ein anderes Thema. Und man fragt sich: interessiert es eigentlich irgend jemanden, ob, von wem und wie gut da gesungen wird? Oder geht es darum, die eigene Meinung in die digitale Weiten hinaus zu blasen. In der gleichen Sekunde. Nicht einfach mit dem Sitznachbarn teilen, sondern mit der ganzen Welt. Insgesamt sechs Millionen Tweets gab es zum Finale des 60. Eurovision Song Contest in Wien. Eine ganze Million mehr als vor einem Jahr. Der Top- Hashtag war übrigens (wen wundert es) #sweden. Übrigens nicht mein Favorit, aber was soll’s. Immerhin fand ich die digitale Animation sehr cool. Einige der witzigsten Tweets zusammengefasst findet ihr übrigens HIER und HIER oder HIER. Und ja, ich gebe zu: ich habe mich köstlich amüsiert über andere Lästermäuler und selbst meinen Senf dazugegeben. So schaut Live-Fernsehen 2015 aus.

Und wie hat euer Song Contest Abend so ausgesehen?

PS: Hier noch ein witziges Video passend zum Thema Twitter

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