Tage wie dieser sind nervenaufreibend  und seltsam zugleich. Man kann sie nur mit Humor nehmen. Durchatmen. Schmunzeln. Lachen. Und es dann Murmeltiermoment nennen.

Hey, es sind gerade Ferien. Zumindest für Papa. Eigentlich sollte alles gechillt sein. Zwei Erwachsene, zwei Kinder, das perfekte Betreuungsverhältnis. Theoretisch. Aber von vorne.

Mutterliebe Schwestern Pläne schmiedenDas kleine Fräulein trotzt herum und streitet bereits frühmorgens mit Papa. Den zweiten Tag in Folge. Ach was, den dritten. Das ganz kleine Fräulein ist unrund, motzt, nörgelt, weint und hängt an meinem Rockzipfel. Ein Schub, die Zähne. Man weiß es nicht genau. Vermutlich alles zusammen. Der Lärmpegel im Wohnzimmer ist schon um 8 Uhr unerträglich. Mein Mantra: „Es ist alles nur eine Phase“. Ich freue mich auf die himmlische Ruhe, wenn ich mit dem Rad die Hauptstraße entlangcruisen kann.

Später am Tag, um 15:00 Uhr. Die Kinder verlangen nach einer Jause. Sie sind momentan permanent hungrig. Wie nennt man die Mahlzeiten zwischen Jause und Jause nochmal? Auch Jause? Egal. Sollen sie haben. Während ich mich von unserer Putzfee verabschiede, sitzen sie mit Salzstangerl und Kakao am Tisch. Ja, wieder Kakao, den gab es nämlich auch zum Frühstück. Ich fahre heute voll die Bestechungsschiene, damit ich zwei Minuten habe, um mich mit S. zu unterhalten.

Der Murmeltiermoment

Ich stehe also in der Tür und mache mir einen neuen Termin mit meiner Putzfee aus. Im Hintergrund Gequietsche. Die zwei streiten sich um den Becher, das richtige Ende des Mohnweckerls, den Löffel und so weiter und so fort. So weit nichts Neues oder Beunruhigendes. Gekreische. Gekicher. Gerangle. Alles normal. Kein Pieps davon, dass …

Hatte ich vergessen zu erwähnen, dass das ganz kleine Fräulein sich gelegentlich häufig übergibt, wenn sie hustet? Es macht mich jedes Mal sprachlos und löst bei mir (immer noch) eine kurze Schockstarre gefolgt von einer schnellen Reaktion aus. Ich nenne das den „Murmeltiermoment“. Ich stehe also fassungslos neben dem Tisch. Wie hatte DAS nur so „lautlos“ passieren können? Also lautlos im Verhältnis zu allem anderem, was in den letzten fünf Minuten um diesen Tisch herum passiert ist. Und niemand hatte es eine Erwähnung wert befunden. Erst jetzt: „Mama, A. hat meinen Sessel angekotzt!!!!“ Vorwurfsvolles Gestöhne. Das feuchte und stinkende Kind sitzt grinsend in der Lacke am Sessel. Es tropft auf den Boden. Hier war doch gerade noch frisch gewischt. Mir ist so ein bisschen zum Weinen. Ich lache. „Ja Schatz, deine Schwester hat deinen Sessel angekotzt!“. Beide gucken mich mit großen Augen an. Was soll ich da noch sagen …

Es ist ganz seltsam. An Tagen wie diesen wäre mir eigentlich zum Explodieren zumute. Dann schau ich das in der Kotze sitzende grinsende Kind an und der Ärger ist verflogen. Ich war selbst überrascht, aber mir war gar nicht mehr nach ärgern. Das kleine Fräulein steht auf. „Ich mag nichts mehr Essen.“ Ja, mir wär da das Essen vielleicht auch vergangen.

Mit diesem Beitrag nehme ich auch an der aktuellen Linkparty von Verflixter Alltag teilnehmen. Das Thema im Februar ist Mutterliebe. Warum verlinke ich gerade diesen Beitrag? Ich fasse noch mal zusammen:

Mutterliebe ist (unter anderem) …

… wenn ich meine zwei Streithähne am Ende vom Tag so vielHändchen halten liebe, wie ich sie manchmal an die Wand kleben könnte.

… wenn ich sie Knuddeln könnte, obwohl sie mir gerade vor die Füße kotzen. (MEMO: Merken und umsetzen, wenn sie sich  mit 16 20 25 zum ersten Mal ansaufen)

… wenn ich Schmetterlinge im Bauch bekomme, weil sie mit ihren unschuldigen Kulleraugen klimpern, obwohl sie „böses“ im Schilde führen (und ich das genau weiß).

… wenn mich das am Ende sehr bestechlich macht.

Heute: Vier mal Häckchen gemacht. Ich hab euch lieb!

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