Ich liebe Butterkekse. Eigentlich wollte ich im eigenen Interesse mit den Kindern Butterkekse backen. Aber dann hat Opa angerufen und ich habe festgestellt, dass es gelegentlich ganz angenehm ist, faul zu sein.

KekseBacken - 2 small

Freitag Vormittag. Opa fragt, ob ich seinen übriggebliebenen Lebkuchenteig haben will, weil doch heute ein paar Kindergartenfreunde vom kleinen Fräulein Kekse backen kommen. Hm. Fertigteig. Hab ich noch nie probiert. Wäre ich bei Keksen jetzt auch nicht von selbst auf die Idee gekommen. Hallo Rabenmutti-Image. Kennt ihr jemanden, der für Kekse Fertigteig nimmt? Ich nicht. Oder sie geben es allesamt einfach nicht zu.

Opa ist immer noch am Apparat. Wartet. Er hat sogar angeboten, ihn mir zu bringen.

Ich: Blick auf den Stapel Arbeit auf meinen Schreibtisch. Blick auf die Zutaten des Teigs, den ich noch vorbereiten wollte, aber eigentlich gar keine Zeit habe.

„Ok, bring ihn gern vorbei. Dann machen wir halt Butterkekse und Lebkuchen!“

Eine der leichtesten Entscheidungen der letzten Tage.

Aus den Butterkeksen ist dann aus Zeitmangel nichts geworden. Aber das habt ihr euch sicher schon gedacht.

Also haben wir Lebkuchen aus Fertigteig gemacht. Eigentlich traurig, denn Lebkuchen stehen bei mir – anders als bei Herrn L. – weit unten in der Keksliebe-Liste. Abgeschlagen irgendwo hinter Butterkeksen, Vanillekipferl, Schokokipferl und Butterbrot-Keksen. Vielleicht sogar noch hinter den Kokosbusserl.

Und stellt euch vor: Trotzdem hatten wir jede Menge Spass. In der imperfekten Welt der Fertigteig-knetenden Mama interessiert sich kein Kind dafür, woher der Teig kommt, aus dem sie da gerade Kekse ausstechen. Es könnte quasi auch Knetmasse sein. Hauptsache, sie können nach dem Backen bunte Streusel, Sternchen, Herzerl, Schneeflocken, Marshmallows* oder sonstwas oben drauf kleben.

Ich habe zum ersten Mal mit mehreren Kindern Kekse gebacken. Und es hat wirklich gut funktioniert. Deshalb will ich euch nicht verschweigen, was ich heute gelernt habe und wie es gut klappen kann.

Alles vorbereitet?

Alles vorbereitet?

Keks-Backaction Learnings & Tipps

  1. Seid flexibel, locker, unaufgeregt und spontan. Es kommt immer alles anders als ihr es plant. **
  2. Keks/Lebkuchen-Fertigteig schmeckt gut. Hätte ich nicht drauf gewettet. Habt kein schlechtes Gewissen.
  3. Fertigteig spart Nerven. Kneten, Ausstechen, Fertig. Kaum Dreck …
  4. Pro Kind sollte ein Erwachsener anwesend sein, dann ist alles völlig streßfrei. Heute war’s das wenigstens.
  5. Staubsauger und Wischtuch griffbereit lagern. Extra Mistsackerl neben dem Tisch war auch hilfreich.
  6. Ein bis zwei Mal staubsaugen und wischen zwischendurch spart Zeit und nochmals Nerven.
  7. Das Blech wird nächstes Mal zum Abkühlen außer Reichweite der Kinder aufgestellt. Das ganz kleine Fräulein hat scheinbar hinter meinem Rücken so viele Kekse abgestaubt, dass sie sich am Abend übergeben hat.
  8. Haltet für jedes Kind EINEN EIGENEN Teigroller bereit. Am besten das GLEICHE MODELL! Exakt das gleiche!
  9. Vergesst alles, was früher (in der Vor-Kinder-Zeit) war. Kekse müssen nicht schön aussehen, wenn man mit Kindern bäckt. Sie sollen Spaß machen!
  10. Nicht vergessen: Wollt ihr verzieren, braucht ihr Zutaten für die Glasur (z.B. Zitrone & Staubzucker). Sonst könnt ihr euch die Smarties am Bauch picken 😉 Obwohl: auch gut. #njomnjom
  11. Streusel & Co braucht ihr in Großküchenmengen. Ihr glaubt doch nicht, dass eure Kinder vorsichtig mit einem Löfferl Streusel verteilen?
  12. Ruhe bewahren.

Falls ihr jetzt auch noch eine Last-Minute-Keks-Action plant, wünsche ich euch viel Spaß! Ich kann es nur empfehlen und – nicht lachen – ich hatte schon lange keinen so entspannten Nachmittag mehr. Interessante und unerwartete Erfahrung.

* Marshmallows als Keksdeko ist Geschmackssache. Wir werden es nächstes Jahr wieder lassen. War ein netter Versuch, aber kein Fall für uns.

** Unter anderem: am gleichen Tag das Rezept ändern. Was soll’s. Mein unglaublich leckeres Lieblings-Butterkekse-Rezept verrate ich euch deshalb ein andermal.

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