Lange hat das mit dem ins Bett gehen wirklich gut geklappt. Wir begleiten die Kinder normalerweise in den Schlaf. Einer von uns bleibt nach unserem zu-Bett-geh-Ritual bei ihnen. Doch plötzlich klappt es nicht mehr. Ich fühle mich zerrissen zwischen meinen zwei Kindern.

„Mama, mein Bett!“

„Nein, Mama, mein Bett!“

„Mamaaaaaaa …!“

Das ganz kleine Fräulein schreit verzweifelt.

Ihre große Schwester auch.

Zerrissen zwischen meinen zwei Kindern

Sie streiten sich darum, in wessen Bett ich mich am Abend legen soll. Wer darf mit Mama kuscheln? Die Kleine, weil sie mich braucht, die Große sicher auch aber unter anderem bestimmt auch deshalb, weil das ganz kleine Fräulein mich in ihrem Bett haben möchte. Sie ist eifersüchtig und das wohl zu recht. Meist legen wir uns zum ganz kleinen Fräulein ins Bett, weil sie das „Schlafkuscheln“ und die Nähe noch dringend braucht. Ich bin ratlos. Nein, eher verzweifelt. Ein Problem, für das ICH keine Lösung  habe. Geht es nach mir, kuschle ich mit beiden. Aber zweiteilen kann ich mich nicht.

Unfair!

Die Kleine schreit und weint, die Große ebenso. Was mache ich nur? Papa ist kein akzeptabler Ersatz. Er wird aus dem Bett geworfen. „Mamaaaaaaaaaa! Hier, schlafen!“. Das ganz kleine Fräulein deutet verzweifelt auf den Platz neben ihr. Ich schaue Papa an. Er ist auch ratlos. Ich soll mich doch vor dem Bett hinsetzen, dann bin ich immerhin im Zimmer und beide sehen mich. Gute Idee, unbefriedigendes Resultat. Ich versuche das ganz kleine Fräulein, das unten im Stockbett liegt, zu kraulen und in den Schlaf zu singen. Sie schreit, weint, strampelt. Ein Bein trifft mich, eine Hand klatscht mir ins Gesicht. Sie versucht mich ins Bett zu ziehen und mich gleichzeitig in Rage wegzustoßen. Es ist so unfair, ich möchte mich zu ihr legen. Aber dann heult natürlich ihre ältere Schwester auf.

Zerrissen

Lange kann ich mir das nicht ansehen. Mir bricht das Herz, wenn sie so weint. Es ist ihr offensichtlich ein Bedürfnisse, wenn auch vielleicht eines, in das sie sich gerade hineinsteigert. Ich breche die vorher abgemachte Regel, schnappe sie und gehe mit ihr auf die Couch. Die große Schwester kläre ich kurz auf, stelle sie aber leider vor vollendete Tatsachen. Papa redet mit ihr, eklärt. Und ich fühl mich noch mehr zerrissen. Wer nur ein Kind hat, kennt dieses Problem wohl gar nicht. Kann sich voll und ganz dem einen Schatz widmen. Aber ich habe zwei Schätze und liebe sie beide gleich. Mir tut es unendlich weh, wenn sie beide mit mir Schlafkuscheln möchten, ich ihnen das aber so und jetzt nicht geben kann.

Muss ich mich entscheiden?

Ich komme mir vor, als würde ich das ganz kleine Fräulein bevorzugen, dabei liebe ich ihre große Schwester nicht weniger als sie. Sie ist eben um zweieinhalb Jahre jünger, kann damit noch so gar nicht umgehen und hat immer schon viel mehr körperliche Nähe gebraucht. Nun ja, das kleine Fräulein mit viereinhalb aber offenbar auch nicht. Zwei Kinder also. Zwei, die ganz viel Liebe brauchen.

Das ganz kleine Fräulein schläft auf der Couch auf mir ein. Völlig erschöpft und an mich gekuschelt. Als ich sie ins Bett bringe, schläft ihre Schwester tief und fest, als ob nichts gewesen wäre.

Wir haben noch keine Lösung gefunden. Deshalb frage ich euch: Kennt ihr das? Wie löst ihr es?

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