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Märchenstunde

Märchenstunde ::: Rotkäppchen und der kitzelige Wolf

FamilienLeben 14. Dezember 2014

Das kleine Fräulein ist verrückt momentan nach Geschichten. Und zwar nicht nur nach vorgelesenen sondern nach erzählten. Es muss aber auch immer ein Wolf darin vorkommen. Wie zum Beispiel in Rotkäppchen. Was ich mittlerweile schon in mindestens zwanzig verschiedenen Versionen erzählt habe. Und da ich es schade finde, dass ich jede einzelne Geschichte am nächsten Tag wieder vergessen habe, schreibe ich sie ab sofort auf, wenn es sich ausgeht.

Stadtmama_Maerchen

Heute also … Märchenstunde

Es war einmal vor langer langer Zeit in einem dunklen großen Wald. Da lebte Rotkäppchen auf der einen Seite des Waldes und ihre Großmutti auf der anderen. Rotkäppchen besuchte ihre Oma immer mal wieder und brachte auch Kaffee und Kuchen mit. Großmutti war nämlich die einige Oma auf der ganzen Welt, die nicht gerne Kuchen backt.

Rotkäppchen ging also los in Richtung Großmuttis Haus. Pfeifend stapfte sie mit ihrem Korb durch den großen dunklen und schon tief verschneiten Wald. Auf halbem Weg traf sie ganz zufällig auf den bösen Wolf. Großmutti hatte ihr schon einmal von ihm erzählt und sie gewarnt, dass man ihm nicht trauen kann. Der Wolf sah das Rotkäppchen und dachte sich:“Hmmmmm, das Rotkäppchen sieht heute aber lecker aus. Das wäre eine feine Jause. Ich müsste sie nur irgendwie zu mir nach Hause locken ….“. Aber Rotkäppchen war schlau. Als der Wolf ihr veruschte einzureden, dass er zu Hause noch mehr leckeren Kuchen im Rohr hätte als sie tragen könnte, glaubte sie ihm kein Wort. „Leider, mein lieber Herr Wolf, ich muß weiter. Großmutti wartet auf mich.“ Pfeifend ging sie weiter.

Der Wolf aber lässt sich eine leckere Jause nicht so einfach entgehen. Er kannte Großmutti und wusste wo sie wohnte. Und er kannte einen Abstecher zu ihrem Haus. Schwuppdiwupp war er schon dort. Sicher eine halbe Stunde vor Rotkäppchen. Er lauschte und hörte nur leises Geschnarche. Großmutti hielt wohl gerade ihr Mittagsschläfchen. Also machte er so leise wie möglich die Türe auf und schlich sich hinein. Tatsächlich lag die alte Dame in ihrem Bett. Eine leichte Beute für den bösen Wolf. Er fuhr sich mit der Zunge über die Lippen und einen Schmatzer später war Großmutti schon in seinem Bauch verschwunden. In einem Stück. Er zog sich ihr Nachthemd an, setzte ihr Häubchen auf, legte sich ins Bett und zog sich die Decke bis zur Nase.

Ein wenig später klopfte es. Rotkäppchen kam herein. Es dämmerte schon, also kam sie nahe ans Bett heran, um Großmutti besser sehen zu können. Aber viel sah sie trotzdem nicht, es war schon recht dunkel. Sie wunderte sich: „Großmutti, warum hast du heute so große Ohren?“. „Damit ich dich besser hören kann, mein Schatz“, krächzte der Wolf. „Und warum hast du so eine große Nase?“ „Damit ich dich besser Riechen kann!“ „Und seit wann sind deine Zähne so spitz, Großmutti?“ Zu spät kam ihr der Verdacht … doch der böse Wolf hatte schon sein Maul aufgerissen und auch das Rotkäppchen verschluckt.

Aber mit dem Rotkäppchen hatte er sich verrechnet. Sie war alles andere als ein wehrloses, kleines Mädchen. Im Bauch des bösen Wolfs traf Rotkäppchen ihre Großmutti. Und die hatte gerade eine gute Idee gehabt, wie sie aus dem Bauch des Wolfes wieder rauskommen könnten. „Hüpfen!“ sagte sie. „Wir müssen Hüpfen, bis er Schuckauf bekommt!“ Gesagt, getan. Sie hüpften also. Und hüpften. Und hüpften. Und der böse Wolf bekam Schluckauf wie noch nie in seinem Leben. Und irgendwann spuckte er die beiden einfach aus. Wie sie so am Teppich landen, traute er Wolf seinen Augen nicht. Er war so erstaunt, dass er sich gar nicht bewegen konnte und so hatten Rotkäppchen und Großmutti Zeit, sich auf ihn zu stürzen. Und was machten sie? Sie kitzelten ihn. Sie kitzelten ihn, bis er schreien davonlief. Als er am anderen Ende des Waldes ankam, hörte man ihn in Großmuttis Hütte immer noch schreien. Und ich kann dir sagen, das war ihm wirklich eine Lehre. Von diesem Tag an hat er nie wieder versucht, kleine Mädchen zu fressen. Und Großmutti und Rotkäppchen hat der Kuchen an diesem Nachmittag besonders gut geschmeckt.

Und wenn sie nicht gestorben sind …. ihr wisst schon …

Das war also unsere gestrige Version von ‚Rotkäppchen‘. Eine von vielen. Aber eins würde mich noch interessieren: Märchen sind ja oft recht brutal. Seltsamerweise findet das kleine Fräulein gar nichts daran, dass der böse Wolf die beiden frisst. Vielleicht auch, weil ers ie wieder ausspuckt und nichts passiert. Ich weiß es nicht, so viele verschiedene Märchen habe ich noch nicht erzählt (sie will ja immer nur das eine hören). Wie haltet ihr es mit Märchen? Erzählt ihr sie, wie sie geschrieben sind? Lasst ihr etwas weg? Oder gibt es einfach keine Märchen bei euch?

 

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